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Regional Maxi Arlands „Große Dampfershow“ in der Göttinger Stadthalle
Nachrichten Kultur Regional Maxi Arlands „Große Dampfershow“ in der Göttinger Stadthalle
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00:19 16.03.2013
Menschen aus ihrem grauen Alltag reißen: Maxi Arland vor seinem Dampfer. Quelle: Vetter
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Göttingen

An Bord sind drei alte Schlager-Hasen, nämlich Judith und Mel sowie Altmeister Patrick Lindner, dazu die fünfköpfige Jodelfamilie Oesch aus der Schweiz, Jung-Talent Laura Wilde und Gastgeber Maxi Arland. Trotz der Popularität der Crew ist der Saal höchstens zu einem Drittel gefüllt. Arland: „Göttingen ist ein so schöner Hafen mit so vielen hübschen Mädels“. Die überwiegend grauhaarigen Hörerinnen lachen freundlich.

Insel der Glückseligkeit

Arland versteht seine Konzerte als „eine Art Insel der Glückseligkeit mit Musik, die gerade ältere Menschen aus ihrem grauen Alltag reißen soll“, wie er in einem Interview geäußert hat. Zum Mitsingen bekannt sind die Lieder zur Eröffnung – von „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ bis zu „Fahr mich in die Ferne, blonder Matrose“.

Laura Wilde hatte vor zweieinhalb Jahren ihren ersten Fernsehauftritt und bringt nun bald ihre zweite CD heraus. Von dem ungarischen Temperament, das sie von ihrer Großmutter geerbt haben will, bekommt man allerdings zunächst nicht viel mit. Ihr Einstiegslied „Ich sehe was, was du nicht siehst, in deinen blauen Augen“ ist nicht hitverdächtig. Erst als, von Zigeunergeigen untermalt, „Ein bisschen Tokayer“ fließt, steigt die Stimmung im Saal.

Rock’n’Roll

Judith und Mel sind seit 28 Jahren verheiratet (dazu passt ihr Titel „Die Liebe bleibt“) und seit 1990 im Geschäft. Für sie ist das Bühnendasein in der zweiten Lebenshälfte – sie ist 60, er 70 Jahre alt – noch lange nicht vorüber. Nach ein paar jüngeren Liedern und einem Oldie-Medley verblüffen sie die Zuschauer mit einem flott getanzten Rock’n’Roll. Maxi Arland setzt der ersten Hälfte des Abends die Krone auf mit „Das Mädchen Carina“, „Du bist nicht allein“ und „Ganz in Weiß“. All diese Roy-Black-Titel stammen von seinem Großvater, dem Komponisten Rolf Arland.

Platinscheiben-Besitzer

Fehlt von den alten Hasen noch Patrick Lindner (52). Er präsentiert sich mit der Professionalität des erfolgsgewohnten Platinscheiben-Besitzers (für mehr als zwölf Millionen verkaufte Tonträger), ohne aber seine Hörer von den Sitzen zu reißen. Das tut die Jodelgruppe „Ösch die Dritten“, deren charmante Protagonistin Melanie die Herzen im Sturm nimmt. Dagegen wirkt Arlands gut gemeintes Polit-Kabarett, mit dem er den zweiten Teil eröffnet hat, eher betulich. Bevor am Ende die Zuhörer im Foyer brav nach Autogrammkarten anstehen, verabschiedet sich die sangesfreudige Crew nach fast drei Stunden Programm mit einem bunten Strauß Volkslieder aus allen Gegenden des alten und neuen Deutschland.

Von Michael Schäfer

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