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Regional Meike Köster im Gemeindehaus in Nikolausberg
Nachrichten Kultur Regional Meike Köster im Gemeindehaus in Nikolausberg
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00:17 11.01.2013
Kein bisschen rampenmüde: Meike Köster. Quelle: Heller
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Nikolausberg

Kein Wunder: Als Vorbilder hat sie in einem Interview Melissa Etheridge, Suzanne Vega, Ulla Meinecke, Tracy Chapman und Joan Armatrading genannt. Auf der Bühne steht sie bereits seit 1991, wirkt aber überhaupt nicht rampenmüde, im Gegenteil. Sie stellte „Seefahrerherz“ vor, die vierte CD ihrer Karriere, zugleich die erste mit (vorwiegend) deutschen Texten – ergänzt um einige Lieder aus ihren früheren Alben „Angel“ (1999), „Soap for dirty girls“ (2002) und „Live love travel free“ (2006).

Die Texte sind nur scheinbar alltäglich. Immer wieder wirft Köster ihren Blick aus ungewöhnlichem Winkel auf das, was das Leben und die Liebe bieten: „Mach die Leinen los, manchmal muss man gehn, um zu sehn, was bleibt“. Ja, sie denkt auch über so exotische Wesen wie Schmetterlingssammler nach: „Du fängst die Schönheit ein, aber sie ist tot wie im Wachsfigurenkabinett.“

Meistens lässt sich die Musikerin von einer Band begleiten. Doch in Nikolausberg stand sie allein mit ihrer Gitarre auf der Bühne und zauberte mit ihrem knackig-präzisen, temperamentvollen und klangfarbenfreudigen Spiel schon in wenigen Akkorden eine unglaublich dichte Atmosphäre, der man sich nicht entziehen konnte. Sie singt mit enorm wandlungsfähiger Stimme, erzählt Geschichten, erklärt ihr Equipment: ganz locker, aber immer mit klarem Ziel. Alberne Witze sind ihre Sache nicht, ihre Show hat Spannung und Tempo, ist perfekt aus schnellen Nummern und balladesken Ruhepunkten abgemischt.

Eingeladen hatte sie die sechsköpfige Band „A cup of life“ um den Göttinger Sänger, Gitarristen und Songschreiber Michael Meding, die seit Anfang 2012 in der aktuellen Besetzung spielt: Sängerin, zwei Gitarren, Bass, Congas, Cajun, Percussion. Mit einem einstündigen Programm leiteten sie den Abend ein. Ihr Stil erinnert ein wenig an die alte britische Folkband Fairport Convention. Er ist sanft, etwas melancholisch, auf die Dauer ein bisschen eintönig und musikalisch nicht immer ganz präzise. Meistens geht es in den englischen Texten um die Liebe – der Song über die Schwierigkeiten der Deutschen Bahn mit Klimaanlagen war eine rühmliche Ausnahme. Das alles war den rund 60 Zuhörern viel Applaus wert.

Von Michael Schäfer

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