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„Meine Malerei steht immer vor den Inhalten“

Heike Ludewig stellt in der Galerie Ahlers aus „Meine Malerei steht immer vor den Inhalten“

Interessiert sich die Malerin Heike Ludewig für die Menschen? Sieht man ihre Bilder an, die der Göttinger Galerist Oliver Ahlers derzeit in seinen Räumen in der Düsteren Straße 21 zeigt, ist diese Frage kaum zu klären. Menschen sind immer ihr Sujet, meist von hinten abgebildet, immer in Bewegung.

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In Bewegung: Menschen in Ludewigs Bild „Orange“.

Quelle: EF

Göttingen. Sie springen, treiben Sport, gehen spazieren oder mit dem Hund Gassi. Doch verzichtet die 1965 geborene Künstlerin, die bei Beate Schiff Meisterschülerin an der renommierten Kunstakademie Düsseldorf war, bei den Menschenbildern auf  Details, bisweilen verzerrt sie auch Proportionen.

Ludewig male nicht nach Fotos, sondern aus dem Gedächtnis heraus, erklärt Ahlers. Und genau so wirken die Bilder auch. Raumeindrücke sind wichtiger als naturalistische Wiedergabe, Stofflichkeiten spielen keine Rolle. Erinnerungsbilder lösen sich ebenso auf wie die dargestellten Szenen, wenn Ludewig bei einigen früheren Werken großflächig sprayt. Andere Bilder sind elegant ausgearbeitet. Manche Sujets gehen bei Nahsicht auf in ein Zusammenspiel aus Farbe, Kontrast und Pinselduktus. Denn: „Meine Malerei steht immer vor den Inhalten“, wird die Künstlerin gerne zitiert. Ludewig, deren Bilder sich laut Ahlers in Südkorea gut verkaufen, zeigt eine große Bandbreite zwischen realistischer Darstellung und die Nähe zur Abstraktion.

Auf einen spontanen Zugriff auf Gedächtnisbilder deutet auch Ludewigs Hang zum erstaunlich vielfältigen Format der Malgründe hin. Einheitlichkeit sucht der Ordnungsliebende hier vergeblich. Leinwände scheinen wie zufällig in der Größe gewählt, selbst die Tiefe der Malgründe variiert. Gefundene kleine Holztafeln, fein mit Alltagsszenen  bemalt, schmiegen sich flach an die Galeriewände, benachbarte Leinwände ragen mehrere Zentimeter in den Raum. Das alles verrät den Hang der Künstlerin zum Zufall. Einiges sieht nach Versuch aus, anderes nach Zwischenstadium, wieder anderes nach erreichtem Endzustand. Vieles lässt die Künstlerin in ihrer Arbeit zu, vielleicht etwas zu viel.

Die Ausstellung von Heike Ludewig läuft bis Sonnabend, 6. Oktober, dienstags bis freitags von 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr in der Galerie Ahlers, Düstere Straße 21 in Göttingen.

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