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„Merry-Go-Round“ mit Weggefährten im Buff

Gute Musik, schlechte Luft „Merry-Go-Round“ mit Weggefährten im Buff

Die Göttinger Band „Merry-Go-Round“ hat ihre Mischung aus Rock, Pop und Ska längst in der Göttinger Musiklandschaft verankern können. Das merkte man daran, dass der Nörgelbuff bei ihrem ersten Auftritt in diesem Club aus allen Nähten platzte. Der Abend ließe sich also mit „Gute Musik bei schlechter Luft“ überschreiben – besser als andersrum.

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Merry-Go-Round haben die Göttinger Musiklandschaft geprägt.

Quelle: Lemburg

Göttingen. Die Musik der sechs Jungs reibt sich wohltuend an der manchmal etwas farblosen Klangsprache der Ska-Raggae-Konserve. Entstanden als minimalistische Indie-Band, hört man „Merry-Go-Round“ ihre Entwicklung und die unterschiedlichen musikalischen Hintergründe ihrer Mitglieder immer noch an. Natürlich ist ihr Hauptanliegen, einen vor allem tanzbaren Sound zu erzeugen, aber auch ruhigere Nummern weiß die Band umzusetzen – und gerade das verleiht den Mithüpf-Titeln dann wieder ein Plus an treibender Kraft.

Apropos, diese Kraft ist auch dem Bassisten Julian Heyden zu verdanken. Dieser kann Achtel so vor dem Beat platzieren, dass sich seine Basslinien aufs Äußerste am ohnehin schon treibenden Spiel André Sérvés reiben. Sascha Kuglers Gitarrenspiel setzt dagegen meist auf entspanntere rhythmische Figuren und bringt viel Melodie in den Gesamtklang. Letzteres ist auch die Aufgabe von Posaunist Fabian Haller und Mirco Turinsky an der Trompete. Beide setzen die für den Ska typischen akzentuierten Bläserriffs perfekt um.
Sänger und Gitarrist Sascha Pelzel schreibt zu diesem Sound die Songs und hat viel Gespür für eingängige Akkordverbindungen und Melodien, die sofort ins Ohr gehen.

„Merry-Go-Round“ hat aufgrund all der genannten Qualitäten eine sechsjährige Bandgeschichte vorzuweisen, die sie unter anderem als Vorband zu Jennifer Rostock oder Ska-P führte. Auf ihrem Weg erfuhr die Band, wie das in einer Universitätsstadt leider so ist, immer wieder Umbesetzungen. Viele alte Weggefährten wurden an diesem Abend eingeladen, noch einmal gemeinsam mit der Band auf der Bühne zu stehen – der Musik war das keinesfalls abträglich. Auf ihre energetische Wirkung kann man sich verlassen.

Von Jonas Rohde

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