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00:31 15.04.2018
Faszinierte mit beschwörendem, fast ekstatischem Gesang über vier Oktaven: Anke Hachfeld. Quelle: Jörg Linnhoff
Göttingen

Vier Alben mit außergewöhnlichen Titeln wie „Nova“, „Elfensex“ oder „Picnic On The Moon“ veröffentlichten Mila Mar und standen mit Künstlern wie Youssou N´Dour oder Mari Boine auf der Bühne. Ihre Musik war und ist sehr besonders. Mit Synthesizern, Samples, Flöten, Geige und Perkussion schaffen sie moderne und traditionell zugleich anmutende tranceartige, sehr perkussive Ethno-Klänge mit afrikanischen und orientalischen Einflüssen. Über allem schwebt die über vier Oktaven reichende Stimme Anke Hachfelds, vorgetragen in einer lautmalerischen Fantasiesprache. Das erinnert ein wenig an die 1981 in Australien gegründete Band „Dead Can Dance“.

In eigenem Manifest treten Mila Mar für den ultimativen Weltfrieden ein, lehnen den Kapitalismus ab, lieben Bäume und Punk, fordern Liebe für Alle und glauben nicht an Gott aber an die Musik. Willkommen in den 68-ern, die ja gerade nach 50 Jahren eine mediale Hochkonjunktur erleben. Neben Sängerin Hachfeld besteht die Band aus den Gründungsmitgliedern Katrin Beischer an Geige, Flöte und Perkussion und Maaf Kirchner am Synthesizer und Percussion. Der vierte im Bunde, Schlagzeuger Lars Watermann, kam 2003 dazu. Göttingen ist immer noch ihr Bezugspunkt, denn zwei der Musiker leben noch hier.

Die Show von Mila Mar in Bildern:

Die Göttinger Band spielt nach siebzehn Jahren wieder in ihrer Heimatstadt.

Nach langer Pause, in der Hachfeld mit dem Projekt Milù auch auf Alben der Elektronik-Band Schiller zu hören war, fand das Quartett 2015 wieder zusammen, spielte erste erfolgreiche Reunion-Konzerte und begann neue Musik zu komponieren. Diese, von Hachfeld „auf einer Stimmungsskala zwischen Eismeer und Orient“ beschriebenen Songs erscheinen nun auf ihrer EP „Haime“, die sie beim Konzert dabei hatten. Der Titelsong, wie auch das an Hachfelds verstorbenen Bruder erinnernde „Asche“, wurden vorweg als Videos veröffentlicht.

Blubbernde Wassergeräusche kommen aus den Boxen, dazu sind viele sich bewegende Augen auf einer großen Leinwand im Hintergrund der Bühne zu sehen. Die Videosequenzen, die im Laufe des Abends das Konzert begleiten, wurden von der Hannoveraner Künstlergruppe „knochentanz“ bebildert. Dann ergreift unter dem Jubel der Besucher Hachfeld das Mikrofon und stimmt A-capella ein zartes Gesangsstück an, bevor dunkle Trommeln das neue Stück „FliederMoos“ einleiten.

Magische Klänge

Orientalisch wird es bei „Nova“, perkussive, hymnenartige Keyboardanschläge laden zum „Elfentanz“, Kinderstimmen und eine Spieluhr erklingen zu „Follow Me“, bevor elegische Violinen-Klänge und zarte Pianotupfer die begeisterten Besucher magisch in das Titelstück der neuen EP „Haime“ entführen.

Die Musik Mila Mars erweckt noch immer diese magische, feierliche Faszination. Sie bewegt sich, von meist monoton wiederkehrender dunkler Perkussion begleitet, zwischen teils minimalistischen und dann sich opulent aufbauenden Arrangements, über die sich der tragende, fast überirdisch erscheinende Gesang Hachfelds wie ein Schleier ausbreitet, um sich langsam in schwindelerregende Höhen zu schwingen.

Tanzen, Ausziehen und Schreien!

Dabei verharrt die Sängerin, wie zu dem getragenen „Asche“, mal ganz versunken an ihrem Mikrofon, um dann in mitreißenden Songs wie „Djanga“ oder dem bedrohlich wirkenden „Like A Cannibal“ wild und schamanenartig über die Bühne bis hinab ins Publikum zu tanzen. Dabei ruft sie zum Tanzen, Ausziehen und Schreien auf, während auf der Leinwand lodernde Flammen zu sehen sind und Kirchner eine riesige Trommel bearbeitet.

Die Show Mila Mars hat etwas von einer feierlichen Messe, aus der Hachfeld das Publikum in „Was bleibt“ mit beschwörendem, fast ekstatischem Gesang zum großen Finale auf die weite Opernbühne entführt. Die begeisterten Besucher, darunter offensichtlich viele alte Wegbegleiter, fordern zu rhythmischem Applaus nach mehr. Berauschende Show! Es ist gut, dass sie zurück sind!

Von Jörg Linnhoff

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