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Regional Milan Moiras Werke in der Musa ausgestellt
Nachrichten Kultur Regional Milan Moiras Werke in der Musa ausgestellt
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12:36 23.06.2018
Künstler Milan Moira neben einem seiner Werke in der Musa. Quelle: Eggers
Göttingen

Mehrere surreal wirkende Ölgemälde laden mit kugelförmigen Körpern, abstrakten Flächen und einem breiten Farbspektrum zum Eintauchen ein. Dazwischen hängen DIN-A4-Sketche, die für Moira das Besondere der Ausstellung sind: „Man malt automatisch, wenn auch unbewusst, für ein Publikum, das einen zwingt, ästhetische Vorstellungen einzuhalten. Bei den Sketchen ist das nicht so“, sagt er. Diese zeigen den Prozess der Malerei: Unter anderem sind Finger, ganze Körper und Gesichter in ihren einzelnen Stadien zu sehen. „Es passiert ja viel mehr, als auf den fertigen Bildern zu sehen ist“, so der 22-Jährige.

Bildideen sammelt Künstler Moira im Alltag

Seine Bildideen sammelt Moira im alltäglichen Leben: „Wie ein Schwamm der alles aufsaugt und nach drei, vier Tagen Ideen auswringt.“ Damit ihm nichts entgeht, hat er immer Kugelschreiber und Papier „wie einen Revolver“ in der Hosentasche griffbereit. Eines der größten und neuesten Bilder zeigt auf den ersten Blick drei Säulen in einer mystischen Landschaft. Beim näheren Betrachten nehmen Gestalten und Körper Formen an, die sich um oder neben den Säulen räkeln.

Dargestellt sind unterschiedliche Arten der Verarbeitung von Komplexen: „Für mich macht es keinen Sinn, einfach nur was zu malen, was ästhetisch ist. Das könnte ich auch fotografieren“, begründet Moira die psychologischen Einflüsse. Sein vorrangiges Ziel sei es aber, mit festen Strukturen und offenen Flächen eine Diversität zu schaffen, „in die jeder seine eigenen Sachen reininterpretieren kann.“

Künstler Milan Moira neben einem seiner Werke in der Musa. Quelle: Eggers

Kugelartige Formen, Stäbe, die an Zahnstocher erinnern, und vor allem Körper ziehen sich als wiederkehrender roter Faden durch Moiras Werke. Wie die Körper dargestellt werden, unterscheidet sich von Bild zu Bild: Mal umschlingt ein rotes Wollknäuel als Kopfersatz den ganzen Körper oder ein Fieberthermometer hat starke Ähnlichkeit mit einem Unterschenkel. Signiert ist keines der Werke von Moira: „Ein Bild ist für mich erst dann fertig, wenn jemand anderes es besitzt.“

Seit vier Jahren malt der Künstler und schloss kürzlich seine Ausbildung zum Maler und Bühnenbildner in Berlin ab. Ab Oktober wird der gebürtige Göttinger ein Studium an der Kunsthochschule Berlin aufnehmen. Nach mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen in Berliner Galerien nutzte Moira die Gelegenheit in Göttingen auszustellen: „Das wird nicht so oft passieren und es gibt viele Leute hier, die es interessiert, was ich male.“ Geholfen wurde ihm dabei von dem neugegründeten Kulturverein Peloton: „Wir wollen kulturelle Partizipation fördern und die Möglichkeit bieten, im Austausch mit anderen kleine Ideen umzusetzen und vielleicht etwas Großes daraus zu machen“, sagt Mitglied Aaron Schultz.

Die Ausstellung in der Musa, Hagenweg 2a, ist bis Dienstag, 26. Juni, täglich ab 16 Uhr geöffnet.

Von Madita Eggers

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