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Mit den Liedern Geschichten erzählen

„The Rumour Said Fire“ Mit den Liedern Geschichten erzählen

Mit Gerüchten ist das so eine Sache. Man kommt nicht umhin sich zu fragen, ob sie stimmen oder nicht. Im Falle von „The Rumour Said Fire“ aus Dänemark ist es mehr als bloß ein Gerücht: Die Jungs machen tatsächlich heiße Sounds. Die Musiker waren jetzt im Foyer des Jungen Theaters Göttingen zu Gast und stellten Stücke aus ihrem Debütalbum „The Arrogant“ vor.

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Schreibt und komponiert alle Lieder: Jesper Lidang.

Quelle: Hinzmann

Dabei reden sie nicht lange um den heißen Brei herum: Entschlossen marschieren die Fünf auf ihre Instrumente zu und beginnen zu spielen, während sich der Zuschauerraum noch langsam füllte. Dabei redet Leadsinger Jesper Lidang, der die Band Ende 2008 gründete und alle Lieder selbst komponiert, nicht viel. Ab und zu deutet er ein „Cheers“ in Richtung Publikum an. Ansonsten zupft er an seiner Gitarre und erzählt ausschließlich mit seinen Songs Geschichten. Diese hätten, wie er später beschreibt, nur am Anfang eine kohärente Handlung. Dann verliere sich der Plot. Er verflüchtigt sich zwischen den Tönen des Indie-Rocks, wie ein Gerücht das sich verselbständigt. Am Ende bleibt nur die Idee einer anfänglichen Vermutung.

In diesem Falle muss man nicht viel mutmaßen: Die Musik ist gut. Sie geht ins Ohr, nimmt einen mit in eine Welt, in der gesprochene Sprache Nebensache ist und der Klang regiert. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass die Akustik im Eingangsbereich des Jungen Theaters nicht die beste ist und man die Texte ohnehin kaum versteht. Dem Publikum ist das wohl egal. Nachdem die anfängliche Scheu überwunden ist, wippen und tanzen die Besucher zu Liedern wie „Air Force“ mit. Besonders „The Balcony“ wird bejubelt. Es ist auch schon auf der EP der Band erschienen („The Life and Death of a Male Body“). Es hat daher Wiedererkennungswert.

Neben Lidang stehen Kasper Nissen (Bass, Chor, Percussion), Søren Lilholt (Gitarre, Gesang, Mundharmonika) und Christian Rindorf (Schlagzeug, Percussion) auf der Bühne. Sie alle hat er in Kopenhagen kennengelernt. Auch Caspar Hesselager am Keyboard ist aus „DK“ mit angereist. Er unterstützt die Band allerdings nur auf Tourneen. Diese ist ihre dritte und Göttingen ist die erste Station. Es sei schön, hier zu sein. Die Deutschen seien einfach zu beglücken. So einfach dann aber doch nicht. Denn als die Dänen nach knappen 45 Minuten genauso sang- und klanglos wie sie gekommen waren, schon wieder den Rückzug antreten, kann man in einige lange Gesichter blicken. „Das war’s schon?“, hört man enttäuschte Stimmen. Das war es schon. Und das ist leider auch kein Gerücht, sondern nichts als die Wahrheit.

Von Sarah Lodder

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