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Regional Mitfühlen und Empfindsamkeit
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00:17 10.01.2013
Unter der Leitung von Arwed Henking: die Göttinger Albani-Kantorei. Quelle: Heller
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Arwed Henking stellte am Sonntag mit seiner Göttinger Albani-Kantorei drei weitere, weniger bekannte Werke vor, die dieses Fest zum Thema haben.

n Auftakt bildete die Kantate „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Johann Kuhnau, dem Amtsvorgänger Johann Sebastian Bachs an der Leipziger Thomaskirche: eine Choralkantate mit strahlendem Hörnerklang. Gewiss ist ihr musikalischer Glanz nicht ganz so hell wie jener der Bach-Kantaten, aber es handelt sich doch um eine ausgesprochen solide, schöne Kirchenmusik mit feinen Stimmungswerten und fantasievoller Instrumentation samt vokalem Jubel, an dem vor allem der Solosopran beteiligt ist.

Der zweite Fund Henkings in diesem Programm war das kleine Oratorium „Die Kindheit Jesu“ von Johann Christoph Friedrich Bach, dem zweitjüngsten Sohn Johann Sebastians. Das Libretto, eine dichterische Bearbeitung biblischer Texte, schrieb Johann Gottfried Herder. Wort und Musik sind vom Zeitgeist des ausgehenden 18. Jahrhunderts geprägt, in dem das Mitfühlen, die Empfindsamkeit eine große Rolle spielt.

Dementsprechend ist die Musik ausgesprochen lieblich im Ton. Sie strahlt eine ungewöhnliche Warmherzigkeit aus, zu der am besten Kerzenlicht gepasst hätte. Abgerundet wurde das Programm mit Johann Sebastian Bachs Kantate „Sie werden aus Saba alle kommen“, erweitert durch den festlichen Satz für Chor und Soli „Lasst und jauchzen, lasst uns freuen“ aus der Neujahrskantate BWV 16.

Sehr engagiert und einsatzfreudig widmete sich der gut vorbereitete Albani-Chor seinen Aufgaben. Das Streichorchester Collegium coll’arco und eine ganze Reihe tüchtiger Bläsersolisten sorgte für die sichere instrumentale Basis. Die Gesangssolisten Uta Kirchner-Flach (Sopran), Bettina Pieck (Alt), Sven Olaf Gerdes (Tenor) und José Lopez de Vergara (Bass) – 13 Jahre zuvor mit Arwed Henking bei einem Gastspiel in Brasilien aktiv – setzten vokale Glanzlichter. Der reiche Beifall war hochverdient.

Von Michael Schäfer

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