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Regional Mitglieder spenden 25 000 Euro
Nachrichten Kultur Regional Mitglieder spenden 25 000 Euro
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15:25 01.09.2017
Wolfgang Sandberger Quelle: Michael Schäfer
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Göttingen

Die Bilanz der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen 2017 hatte einen Schönheitsfehler: Die Platzausnutzung lag nur bei 70 Prozent. Daraus haben die Veranstalter Konsequenzen gezogen, wie Wolfgang Sandberger, Vorsitzender der Göttinger Händel-Gesellschaft, jetzt in einem Tageblatt-Gespräch mitteilte. „Die zeitliche Ausdehnung auf mehr als zwei Wochen mit drei Festival-Wochenenden war zu groß. Wir werden 2018 die Festspiele wieder auf zwölf Tage mit zwei Wochenenden konzentrieren.“

Der Rückgang der Platzausnutzung hat auch die Erträge geschmälert. Intendant Tobias Wolff beziffert den Verlust auf rund 30 000 Euro. Deshalb hat Sandberger vor einigen Wochen einen Spendenaufruf an die Mitglieder der Händel-Gesellschaft verschickt. Über das Resultat ist er begeistert: „Von den rund 1000 Mitgliedern haben uns 200 mit kleinen und größeren Beträgen geholfen. Zusammengekommen sind mehr als 25 000 Euro.“ Damit habe die Gesellschaft – mit 50 Prozent an der Festspiel-GmbH beteiligt – ein Signal an die weiteren Gesellschafter der GmbH gegeben, ebenfalls Unterstützung zu leisten. „Das ist zudem ein Zeichen des Vertrauens in den geschäftsführenden Intendanten Tobias Wolff und den künstlerischen Leiter Laurence Cummings.“

Gegründet wurde die Händel-Gesellschaft 1931 von Walther Meyerhoff (1890-1977), dessen Todestag sich am 20. August zum 40. Mal jährte. Sandberger: „Heute sind wir eine moderne Gesellschaft mit einem sehr aktiven Vorstand. Wir arbeiten eng mit den Händel-Gesellschaften in Halle und Karlsruhe zusammen, veranstalten Fahrten zu den dortigen Händel-Festspielen und unternehmen 2017 noch eine Reise zu den Kasseler Musiktagen mit der Oper ,Venus and Adonis‘ des englischen Barockkomponisten John Blow.“

Zu den weiteren Aktivitäten der Gesellschaft gehört die gerade begonnene digitale Erschließung des Archivs der Händel-Festspiele (Tageblatt berichtete). „Damit erfüllen wir einen Bildungsauftrag“, so Sandberger. Zur Förderung des musikalischen Nachwuchses stiftet die Händel-Gesellschaft den ersten Preis im Wettbewerb „Göttingen Händel Competition“, der mit 5000 Euro dotiert ist.

Die Gesellschaft unterstützt die Festspiele, die 2020 ihr 100-jähriges Bestehen feiern, in vielfacher Weise. „Die Mitglieder sind unsere treuesten Kunden“, hebt Wolff hervor. „Hier kommt das Engagement mitten aus dem Göttinger Bürgertum.“ Im Vorstand der Gesellschaft sei eine „geballte Kompetenz“ aus Wissenschaftlern, Medienvertretern, Finanzspezialisten und Politik versammelt. Sandberger verwies darauf, dass zahlreiche Spender ihr Engagement auch in Briefen mit konstruktiver Kritik und Anregungen zu Verbesserungen gezeigt hätten. Die geplante Kürzung der Festspieldauer sei nicht zuletzt eine Reaktion darauf.

Sandberger resümiert: „Händel bietet ein grandioses musikalisches Niveau. Das Besondere an seiner Musik: Man muss kein Spezialist sein, um sich an seiner Musik zu begeistern. Händel ist der wunderbare Lenker der Gefühle. Das wollen wir auch in den Jubiläums-Festspielen 2020 zeigen.“

Info: Die CD-Produktion der Festspieloper 2017 „Lotario“ in Zusammenarbeit mit NDR Kultur ist abgeschlossen. Die Doppel-CD kommt voraussichtlich Anfang Oktober in den Handel.

Von Michael Schäfer

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