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Mittelalter-Rock-Band „Corvus Corax“ in der Göttinger Musa

„Nie auf die Männer hören“ Mittelalter-Rock-Band „Corvus Corax“ in der Göttinger Musa

Violett-blaue Lichtkegel fahren über die Bühne. Der Gesang einer Frau in einer fremdartigen Sprache wird eingespielt. Der Klang kleiner Glocken, dann der einer riesigen Trommel. Dudelsäcke, Schalmeien, ein Schlagzeuger, der seinen Sticks in die Höhe reckt wie ein König, der sein Schwert präsentiert, kurz bevor er in einem Mittelalter-Hollywood-Blockbuster seiner Männer in die Schlacht führt.

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Gelungenes Spektakel: Corvus Corax.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die Männer auf der Bühne tragen Kilt und Masken mit Hörnern oder Schnäbeln. Der erste Eindruck klingt martialisch. Dabei wirken die Männer gar nicht Furcht einflößend, sondern wie wilde Barbaren mit roher guter Laune.

Die sieben Spielmänner, wie sie sich selber nennen, gehören zu der deutschen Mittelalter-Rock-Gruppe Corvus Corax und stehen in der Musa auf der Bühne. Der Zuschauerraum ist gut gefüllt, das Publikum gemischt. Viele tragen ein Band-Shirt der Gruppe, die sich bereits 1989 gegründet hat.

„Wir freuen uns natürlich, dass ihr auch die Ragnarök überlebt habt“, begrüßt Frontmann Karsten Liehm, alias Castus Rabensang, standesgemäß das Publikum. Die Masken sind inzwischen runter. Gefecht und Kampf bleiben aber auch beim zweiten Lied Thema. „Wir sollten uns eines merken: Nie auf die Männer hören. Denn nehmen sie das Schwert in die Hand, dann weinen so viele“, leitet  Liehm den Song ein.

Alte Mythen und Sagen

Nicht alle Lieder spielen auf dem Schlachtfeld. Corvus Corax findet seine Themen oft in alten Mythen und Sagen. Viele Stücke werden deshalb in mittelalterlicher Sprache gesungen, wie beispielsweise das Lied Havfrue. Der altdänische Song erzähle die Geschichte der kleinen Meerjungfrau, so Liehm. Bevor Corvus Corax mit dem Song beginnt, wird mit dem Publikum der Refrain eingeübt. „Den havfrue danser på tilje“, heißt es da.

Corvus Corax fordern ihr Publikum unentwegt. Singen, klatschen, Hände zeigen. Auf der Bühne werden kleine Choreographien getanzt, Szenen gespielt und große Gesten vorgeführt. Grendel wird auf die Bühne geholt, eine Art überdimensionale Vogelscheuche mit Ballonkopf, knöchernen Händen und fletschenden Zähnen. „Welcher Recke befreit uns von Grendel?“, fragt Liehm in die Runde. Das Publikum kennt sich aus in der altangelsächischen Heldenepik: „Beowulf!“

Die Bühnenshow von Corvus Corax ist ein gelungenes Spektakel. Dabei bieten die Spielleute mit ihren Kostümen und reichlich verzierten Instrumenten auch was für das Auge. Ein stimmiger Abend.

Von Daniela Lottmann

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