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Regional Mülheimer Theatertage: Deutsches Theater Göttingen präsentiert „Homo Empathicus“
Nachrichten Kultur Regional Mülheimer Theatertage: Deutsches Theater Göttingen präsentiert „Homo Empathicus“
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00:26 31.05.2015
Von Peter Krüger-Lenz
Körperlich anstrengend: das Aufwärmtraining direkt vor der Vorstellung. Quelle: Krüger-Lenz
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Mülheim

Das DT wurde mit „Homo Empathicus“ zum Wettbewerb eingeladen, eine Auszeichnung – auch für Autorin Rebekka Kricheldorf, die das Stück als Auftragswerk für die Eröffnungspremiere für den neuen DT-Intendanten Erich Sidler schrieb. Uraufführung war im Oktober 2014.

Nach rund 15 Vorstellungen nun also der Auftritt in der Mülheimer Stadthalle. Hier steht die Besuchertribüne auf der Bühne, das Spielfeld der Schauspieler verdeckt den eigentlichen Zuschauerraum. „Er wäre zu groß“, erklärt Sidler den Bühnenumbau. Dafür hätten sie Kompromisse in Kauf nehmen müssen. Alles spiegelverkehrt eben. Auch die Scheinwerfer haben eigentlich eine andere Ausrichtung. Lichtmeister Michael Lebensieg hat mit Kollegen auch der Mülheimer Bühne seit Dienstagmittag an der Ausleuchtung gearbeitet. 24 Stunden später ist die Arbeit geschafft.

„Auch die Akustik ist nicht so gut wie im DT“, sagt Sidler. Ein Grund, warum am frühen Nachmittag eine Bühnenbegehung und eine sogenannte Ansprechprobe für alle Schauspieler auf dem Plan steht. Ab 14.45 Uhr ist dann Zeit zum Ausruhen oder Stadterkunden, je nach Lust und Temperament. Vielen knurrt offensichtlich der Magen.

Präziser Ablauf

Um 18.15 Uhr starten dann die Vorbereitungen für die Vorstellung. Das Schminken steht als erstes an, keine große Sache. „Sie werden nur gekämmt“, sagt Regieassistent Wenzel Winzer. Am aufwändigsten ist der Haarturm von Schauspielerin Felicitas Madl, den Maskenbildnerin Helga Reimann baut. Mit ihren Kollegen Philine Reimann und Michael Seel präpariert sie professionell die Akteure – die um 18.45 Uhr, eine Dreiviertelstunde vor Vorstellungsbeginn zum Aufwärmtraining auf die Bühne kommen. Hier gibt Schauspielerin Felicitas Madl den Ton an, sie ist ausgebildete Tänzerin.

Um 19.30 Uhr steht Karen Knoche-Dinse an ihrem Inspizientenpult neben der Bühne. Von hier aus verfolgt sie das Geschehen, von hier aus ruft sie per Mikrophon Schauspieler zum Auftritt und Techniker zum Umbau. Von hier aus leitet sie unbemerkt vom Publikum den präzisen Ablauf.

Nach gut 100 Minuten ist die Vorstellung vorbei. Das Publikum im ausverkauften Haus, das der leicht absurden Geschichte um eine Gesellschaft voller Menschen ohne Konflikte noch ein wenig reserviert gefolgt war, applaudiert sehr ausdauernd.

Publikumsgespräch

Auch zum anschließenden Publikumsgespräch kommen noch gut 100 interessierte Besucher. Michael Laages vom Deutschlandradio moderiert launig. Er schätzt Göttingen als „überschaubar, aber nicht unbedeutend“ und mit seinen zwei Häusern als „sehr interessant im Moment“. Mit Intendant Sidler beginne etwas Neues.  Vor allem Autorin Kricheldorf und Sidler beantworten schließlich die Fragen des wissbegierigen Publikums.

Auslöser für das Stück sei nicht ein konkreter Anlass gewesen, erklärt Kricheldorf. Mit der Zeit hätten sich Erfahrungen mit „political correctness und ihren Auswüchsen angesammelt, die ich absurd fand“. Und: Sie habe ein Stück schreiben wollen, in dem es keinen Konflikt gibt wie sonst immer im Theater. „Ich wollt gucken, wie weit ich damit komme.“ Die Schwelle zum Dogmatischen habe sie interessiert und die Frage, wo Ideologie anfange.

Gegen 22.45 Uhr war auch dieser Programmpunkt geschafft. Im Restaurant in der Stadthalle wartete in einer pompösen Halle ein üppiges Büffet für alle Beteiligten aus Göttingen – und einige Gäste. Ingrid Domann und Jan Pröhl waren aus Essen gekommen. Am dort beheimateten Schauspiel sind die beiden ehemaligen DT-Ensemblemitglieder inzwischen engagiert.

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