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Regional Musica Alta Ripa in der Heimkehrerkirche Friedland
Nachrichten Kultur Regional Musica Alta Ripa in der Heimkehrerkirche Friedland
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17:32 29.08.2014
Von Peter Krüger-Lenz
Getragen: Sopranistin Veronika Winter und Musica Alta Ripa vor den Bildern der Künstlerin Almut Breuste. Quelle: Heller
Friedland

Das hoch dekorierte Barock-Orchester aus Hannover hat unter dem Titel „Verlassen“ ein Programm mit Werken von Henry Purcell und Georg Philipp Telemann zusammengestellt, das sich um das „Verlassen werden“ und das „Sich verlassen können“ rankt.

Dazu zeigt Almut Breuste auf Abdeckplanen aus der Kriegszeit gesichtlose, leicht schemenhaft dahineilende Menschen mit wenigen Habseligkeiten auf der Flucht.  An ungewöhnlichen Orten in Norddeutschland wollen Musiker, Sängerin und Künstlerin diesen Gemeinschaftsabend präsentieren, erste Station nach der Premiere auf Schloss Landestrost in Neustadt am Rübenberge war die Heimkehrerkirche.

Sie erhofften sich davon wohl ein Zusammentreffen mit Asylbewerbern, Flüchtlingen aus Syrien und Spätaussiedlern, die sich derzeit im Lager aufhalten – und die gute Tat.

Tatsächlich waren neben einigen deutschen Freunden der klassischen Musik auch zahlreiche Flüchtlinge gekommen. Der Kirchenraum war ganz gut gefüllt, zumindest immer mal wieder. Denn es herrschte über weite Strecken des gut einstündigen Konzertes ein munteres Treiben.

Kinder und Erwachsene kamen und gingen wieder, Menschen unterhielten sich über das, was sie gerade erlebten; oder auch über ganz andere Dinge. Einheimische Konzertgänger schauten bisweilen sehr streng, zischten heftig „pst“ oder gingen gleich durch die Reihen, um Ruhe einzufordern.

Den Musikern schien dieses Treffen allerdings sogar zu gefallen. Sie reagierten sehr gelassen und mitunter auch mit einem Schmunzeln auf Applaus an unüblichen Stellen oder Gemurmel im Publikum. Wer ein solches hochkarätiges Konzert besucht, sollte an einem Ort wie diesem nicht auf seine üblichen Hörgewohnheiten bestehen. Begegnung ist hier viel wichtiger.

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