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Regional Musik zum Tee: „Paula i Karol“ in Kantine des Jungen Theaters
Nachrichten Kultur Regional Musik zum Tee: „Paula i Karol“ in Kantine des Jungen Theaters
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20:59 15.05.2013
Wollen jetzt immer nachmittags Konzerte geben: „Paula i Karol“. Quelle: Heller
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Göttingen

 Zu den „Tea Time Tunes“, einem Kaffee-und-Kuchen-Konzert um 16 Uhr, war die Band „Paula i Karol“ nach Göttingen gekommen.  Mit ihren fröhlichen Songs sorgten sie dafür, dass die Sonne wieder aufging.

Den Kern der Gruppe bilden die kanadische Paula Bialski und der polnische Karol Strzemieczny. Sie tun sich immer wieder mit Musikern aus der Warschauer Szene zusammen, um das zu produzieren, was sie „polnischen Partypop“ nennen. Auf ihrer Deutschlandtour werden sie im Moment von Christoph Thun (Keyboard, Schlagzeug), Staszek Wróbel (Percussion), Krzysiek Pożarowski (Bass) und Szymon Najder (E-Gitarre) begleitet.

Außerdem ist die Support-Band „Eric shoves them in his pockets“ mit ihnen unterwegs. Zu sechst begeisterten die Multitalente von „Paula i Karol“ nach einen wunderbaren Vorband-Auftakt mit ihren eingängigen Folk-Melodien, ihrem lockeren Gesang und den unbeschwerten Texten. Paula wechselte mühelos von Akkordeon zu Violine und ließ zwischendurch auch noch ein Glockenspiel erklingen – bemerkenswert.

Doch was am meisten auffiel, war, dass die Musiker in dem kinosaalähnlichen Ambiente des JT selbst eine Menge Spaß hatten – sie strahlten das Publikum an, tanzten selbst leichtfüßig während sie vorspielten: So konnten sie mit ihrer beschwingten Art nur für gute Stimmung sorgen.

Seit vier Jahren spielen Paula, die Soziologin ist und gerade an der Uni Hamburg promoviert, und Karol, der nebenbei Kindern Musikunterricht gibt, schon zusammen. Sie schreiben ihre Lieder selbst und lassen sich dabei am liebsten von „ihrer Stadt“, Warschau, inspirieren, wie in dem Lied „Goodnight Warsaw“ deutlich wird. Zwei Alben und mehrere EPs gibt es schon. Am Sonntag gaben sie vor allem Stücke von der neuen CD „Whole again“ zum Besten.

Aber auch ältere Werke überzeugten die Anwesenden, vor allem, weil sie dazu angehalten wurden, die Refrains mitzusingen. Dabei schien es, als wäre man selbst ein Teil der Band, wenn der ganze Zuschauerraum in das Summen von „Calling, calling, calling“ einfiel. Es ist eine derart lauschige, behagliche Stimmung, dass Karol sagt: „Wir wollen nur noch nachmittags Konzerte spielen“.

Die Besucher waren so enthusiastisch dabei, dass sogar ein Remix des Stückes „Calling“, welcher eigentlich vom Sound her eher in einen Berliner Nachtclub gepasst hätte, zum Mittanzen einlud. Das soll schon was heißen, denn zwischen den Kinosesseln gab es eigentlich nicht viel Bewegungsfreiheit. Trotzdem hat der Zugaben-Soundtornado die Zuschauer aus ihren Sitzen gefegt und an einem grauen Göttinger Ruhetag nochmal so richtig in Schwung gebracht.

Von Sarah Lodder

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