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Musikalisches Kleeblatt bringt kammermusikalisches Glück

Rathausserenade Musikalisches Kleeblatt bringt kammermusikalisches Glück

Zwei Violinen, Cello und Harfe: Es war nicht gerade eine klassische Kammermusik-Besetzung, die am Montag zur zweiten Rathausserenade in Göttingen zusammen gekommen ist. Doch gestalteten die Musikerinnen und Musiker in wechselnder Zusammensetzung einen überaus abwechslungsreichen Konzertabend, der die Besucher auch mit selten zu hörenden Werken bekannt machte.

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Spielen Kammermusik im Rathaus: Albrecht Vogel, Natalia Girunyan, Caroline Müller und Adam Czermak.

Quelle: Heller

Der erste Programmteil enthielt bereits eine anregende Steigerungskurve. Denn was mit Henryk Wieniawskis „Études-caprices“ für zwei Violinen op. 18 ebenso virtuos wie unverbindlich begann, entwickelte sich im „Duo Concertante“ für zwei Violinen von Charles-Auguste de Bériot ausgesprochen erfreulich. Hier fanden Adam Czermak und Caroline Müller zu einem ausgeglichenen Konzertieren, ließen ihre Violinen singen, überzeugten durch Musikalität und Gestaltungskraft.
Im Duo für Violine und Cello op. 7 von Zoltán Kodály war anschließend Cellist Albrecht Vogel der Duopartner von Adam Czermak: Ein deutlicher Zuwachs an drängender Motorik und Expressivität war zu verzeichnen, besonders auf der Seite des Geigers. Mit dem Mut zu einer fahlen Tongebung (Vogel) und zu vehementen Attacken (Czermak) ließen die beiden GSO-Musiker dieses Werk in seiner ganzen herben Schönheit erlebbar werden.

Argentinische Lebensfreude

Einen besonderen Klang trug Natalia Girunyan mit ihrem Instrument, der Harfe, in den Abend hinein. In fließenden Bewegungen strich sie über die Saiten, ließ perlende gebrochene Akkorde hören, riss jähe Glissandi aus den Tonleitern heraus und fügte ihr Spiel dabei perfekt ein in den biegsamen, virtuosen Gesang Adam Czermaks auf der Violine: Besonders die Fantasie für Violine und Harfe op. 124 von Camille Saint-Saëns geriet so zu einem exquisiten Genuss und sorgte für viel Applaus.

Verschiedene Stücke von Astor Piazzolla beschlossen das gut besuchte Konzert im Alten Rathaus. Piazzollas „Oblivion“ als Zugabe vereinte dann alle vier Musiker auf dem Podium: Ein musikalisches Kleeblatt, das Glück brachte und dem Abend mit den Kompositionen Piazzollas einen gehörigen Schuss argentinischer Lebensfreude und Melancholie beimischte.

Matthias Körber

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