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Regional Fliegende Herzen
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14:56 05.05.2017
Von Peter Krüger-Lenz
Quelle: PEK
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Göttingen

Die Mittzwanzigerin lebt in Hamburg. Hier hat sie ein Jahr lang eine Popakademie besucht, hier hat sie auch ihren Bandkollegen, den Pianisten Christoph getroffen. Vivie Ann ist die Patentante seiner Tochter, erzählt Vivie Ann, sie erzählt gerne. Christoph beschäftigt sich den Abend über mit seinem E-Piano, manchmal singt er auch. Auf der anderen Seite der Bühne sitzt Joni, der Mann an den Gitarren. Auch er singt, das sind die raren mehrstimmigen Sets. Denn eines ist klar: Im Zentrum steht Vivie Ann.

Sie schreibt die Lieder, Englisch ist dabei ihre Verkehrssprache. Sie singt mit bemerkenswert klarer Stimme, die sie vielleicht von ihrer Mutter geerbt hat. Sie, ebenfalls Sängerin, der Vater Jazzmusiker. Vivie Ann singt von ihrem Leben, vor allem von ihren Lieben. Doch sie dankt mit Stücken auch einer Freundin, die gar nicht wisse, wie wunderbar sie sei, und ihrer „coolen Mam“, Mutter von vier Kindern. Erst ist der Vivie-Ann-Kosmos, den sie zum Thema macht.

„Flowers & Tigers“ heißt das Debütalbum, dass Vivie Ann noch mit einer teils anders besetzten band eingespielt hat, ein Crowdfounding-Projekt. Popmusik schreibe sie, sagt sie selbst, doch es schwingen viele Genres mit. Folk, Indie, Rock klingen durch, geadelt durch Vivie Anns sehr erwachsener Stimme.

Doch die Musikerin bringt sich auch anderweitig ein. Sie klöppelt einhändig auf einer alten Standtrommel, pingt auf einem Xylophon, klackert auf einer mechanischen Schreibmaschine, surrt auf einem Kasten aus den Anfängen der elektronischen Musik, spielt dreihändig Klavier mit Christoph und greift bei der letzten Zugabe sogar noch zur Akustikgitarre. Alle diese Instrumente beherrscht sie eher mittelmäßig, doch das hat auch seinen Charme.

Etwas zäh gestaltet sich der Abend mit fortschreitender Dauer. Dass sich alles nur um das Erleben der Protagonistin dreht, ist nachvollziehbar, verliert aber irgendwann auch ein Spannung. Auch sind viele Lieder ähnlich temperiert und fließen bisweilen etwas konturlos ineinander.

Scheu vor dem Publikum kennt Musikerin nicht. Das letzte Lied präsentiert sie gemeinsam mit ihrem hervorragenden Gitarristen mitten im Publikum, mitten in ihrer Welt, mitten ihrem Universum.

BU: Vivie Ann mit klarer Stimme.Foto: PEK

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