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Regional In gradliniger Rocktradition
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16:00 07.09.2017
Joseph Myers Quelle: Jörg Linnhoff
Göttingen

Myers und Wood & Valley starten ihre kleine gemeinsame 10-tägige Tour in Göttingen. Im Apex spielen beide im fliegenden Wechsel jeweils zwei Sets unterbrochen von einer kurzen Pause.

Energiegeladene Songs, inspiriert von Folk, Rock und Punk, bringt Lucas Bartusch alias Wood & Valley mit kräftiger, kratziger Stimme zur Gitarre und Blues-Harp auf die Bühne, im Gepäck seine aktuelle EP „Gathered Sounds And Fallen Leaves“. Bartusch hat, bevor er sich zu dem Singer-Songwriter Soloprogramm entschieden hat, den Sänger und Bassisten in einer Punkband gegeben. Er ist an diesem Abend laut eigener Aussage „für das Rumschreien verantwortlich“.

Griff zur Bluesharp

Ansatzlos in die Vollen geht er mit dem rockigen Song „Fires, Embers and Ashes“. Zu „Soaked To The Bone“ greift er, in guter alter amerikanischer Songwriter-Kultur, zusätzlich zur Bluesharp. Seine Stimme klingt heiser, angeraut, ein wenig nach Bryan Adams, seine Songs sind gradlinig in bester Rocktradition angelegt.

Myers ist zum zweiten Mal im Apex und nach eigener Aussage für die ruhigeren Parts verantwortlich. Er begeisterte schon bei seinem ersten Auftritt mit eindringlichen und ausgereiften Songwriting. Seit 2012 hat er sich hauptberuflich der Musik verschrieben. Er tingelt durch Cafés in ganz Deutschland, produziert erste Aufnahmen im Keller eines Freundes und veröffentlicht sein Debut-Soloalbum „An Impulse From Within“. Inzwischen sind zwei weitere Alben dazugekommen.

Das Album den Großeltern gewidmet

„Against The Sea“ heißt sein aktuelles Werk. Auf diesem befinden sich eine Reihe sehr familienbezogener Songs, die sich, mit kraftvoll warmer Stimme und feinfühliger Instrumentierung interpretiert, zwischen Emotionalität und ergreifender Schönheit bewegen. Das Album zeigt auf dem Cover seine Oma 1942 durch den Garten tanzend und ist seinen Großeltern gewidmet.

So schlägt Myers im Laufe des Konzertes mit seinen Lieder sein ganz musikalisches Familienalbum auf, mit vielen melancholischen Momenten, ohne dabei pathetisch zu wirken. „City Sleeps“ wie auch „Elisabeth“ sind seiner verstorbenen Großmutter gewidmet. Letzteres erzählt von der Trauer und Reue, ihr Dasein als selbstverständlich angesehen und eventuell nicht genug Zeit mit ihr verbracht zu haben. „Blame it on me, wasted my time, instead to seeing my lovely gran, but now you´re gone, no second chance...“ singt er eindringlich ohne großen Pathos. In „Bride And Groom“ geht es um die zukünftige Familienplanung mit seiner langjährigen Freundin. Seine ganz persönlichen Gedanken zu Spenden an Obdachlose verarbeitet er in „Homeless“.

Ende mit Lalala-Chor

Myers ist auch ein kurzweiliger humoriger Geschichtenerzähler. Seiner Mutter zu Liebe habe er neben seinen CDs auf einer Tour auch ihre Marmeladeneigenkreationen verkauft. Dies führte dazu, dass die Marmelade großen Absatz fand, er aber keine einzige CD mehr verkauft habe und somit diesen Liebesdienst einstellen musste. Die Marmelade verkauft seine Mutter inzwischen über einen Onlineshop. Myers bietet sie aber auch in Kombination mit einer seiner frühen CDs an, die er aus bestimmten Gründen nicht mit sich führt, aber noch am selben Abend telefonisch über seine Freundin bestellen und dann zusenden kann.

Ein launig kurzweiliger Abend endet mit einem Lalala-Chor inmitten des begeisterten Publikums.

Von Jörg Linnhoff

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