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22:36 14.09.2018
Musiker Martin Johnson. Quelle: NR
Göttingen

Eine Sache fällt bei einem Konzert von Johnson sofort ins Auge. Er liebt es mit kleinen Gesten große Wirkung zu erzielen. Das zelebriert er eine Stunde lang in Perfektion mit den vier grandios guten Musikern seiner Band. Immer wieder stoppt er mit nur einem Zwinkern den Spielfluss, nur um mit wenig später mit lockendem Zeigefinger ein Inferno zu entfachen. Im Laufe des Abends wird sich diese Fähigkeit der Band auf das Publikum übertragen.

Über viele Jahre hinweg war der Musiker Martin Johnson als Produzenten im Hintergrund für andere Künstler aktiv. Mit The Night Game steht der Mann aus Boston wieder selbst auf der Bühne.

Apropos Publikum: Das hat Johnson schon beim zweiten Song des Abends vollständig für sich eingenommen. Bestens aufgelegt singen Vertreter mehrerer Generationen die Single „Once in a Livetime“ lauthals mit. Wie sich das für eine echte Rockband gehört, spielt The Night Game nicht nur für sondern auch mit den Göttinger Fans. Und wenn dann ein Herr in der vierten Reihe nicht sofort beim sehr gelungenen REM-Cover „It’s the end of the World“ mit einstimmen möchte, steigt Johnson höchst persönlich zum ihm herab. Der Herr singt, der Sänger applaudiert und eine Schar junger Mädchen schmachtet ihm hinterher.

 

Universell konsumierbar

Aber was macht diesen Mann mit der dunklen Vokuhila-Frisur, den markanten Gesichtszügen und dem Gesangsspektrum von mehreren Oktaven so universell konsumierbar? Es ist wohl diese Art von Musik, die Johnson selbst eine Mischung aus Rockmusik und New Wave nennt. Für die einen eine neue Welle, für die anderen etwas, das sie in den 1980er Jahren so ähnlich, aber vielleicht noch nie so gut, schon einmal gehört zu haben glauben.

 

Und während sich nach einer Mischung aus Liebesliedern und druckvollen Songs auf den Gesichtern am Freitagabend im Jungen Theater gleichzeitig Glückseeligkeit und ein Schweißfilm gebildet hat, treibt Johnson Band und Publikum noch einmal zu Höchstleistungen. Es sei Zeit zum Tanzen, sagt er und reckt ein weiteres Mal mit großer Geste den linken Arm in die Höhe. „Powerless“ ist auf seinem Tattoo unpassenderweise zu lesen. Dann verspricht er den Göttingern unter lautem Applaus bald wiederzukommen und gibt den Musikern ein letztes Kommando.

Wie einst Morton Harket

Wer daheim vielleicht noch Schallplatten aus vergangenen Jahrzehnten aufbewahrt, und vor etwa 40 Jahren einen Starschnitt des Norwegers Morton Harket an der Wand hängen hatte, für den dürften Konzerte von The Night Game ein echtes Aha-Erlebnis sein. Im positivsten Sinne.

Von Markus Scharf

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