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Regional „Schön Göttingen“
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08:48 16.09.2018
Gregory Quelle: Scharf
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Göttingen

Wer beim NDR 2 Soundcheck-Festival im Deutschen Theater spielt, hat auf dem Weg in die Herzen der Zuschauer immer eine Hürde mehr zu überwinden: Er muss sie zum Aufstehen bewegen. Dazu benötigte Gregory genau drei Songs. Während er in „By your Side“ über die Kleinstadt singt, aus der er stammt und der es eigentlich um nicht viel mehr geht als Fischen und Saufen“, hält es kaum noch jemanden auf den bequemen Theatersitzen.

In Gregorys Lebenslauf ist nachzulesen, dass er bereits bei einer britischen TV-Castingshow teilnahm und bei einer Vorabendserie als Schauspieler vor der Kamera stand. Da beides ohne Erfolg blieb, entschied er sich für ein Musikerleben auf der Bühne. Zwei Jahre tingelte er durch Groß Britannien und durch Deutschland, wo er ein Plattenlabel fand, das ihn unter Vertrag nahm.

Durchbruch kam mit „Run to you“

Dort veröffentlichte er 2017 die Single „Run to You“. Der Rest ist Teil der jüngeren Popgeschichte. Gregory, der mit 17 Jahren noch durch das Raster der TV-Juroren gefallen war, füllte plötzlich Konzerthallen, begeisterte die Fachpresse und landete in den Charts. Dass er die Rolle des Stars noch nicht verinnerlicht hat, macht einen Teil des Charms aus, mit dem er das Publikum auch am Freitag in Göttingen um den Finger zu wickeln vermag.

Gregorys Songs sind aus der Rubrik eingängige Popmusik in verschiedenen Tempi. Mal tanzbar, mal „a little bit kitschig“, wie er selber gesteht. Das Wort habe er erst kürzlich gelernt. Und es ist vielleicht zu negativ belegt, als dass es die Musik des Briten treffend beschreiben würde. Aber es ist nicht das einzige Mal, dass er seine rudimentären Deutschkenntnisse nutzt, um mit seinem Göttinger Publikum zu kommunizieren.

Hit erst als letzte Zugabe

So fordert er „Singt mit mir“, lobt die Gesangseinlagen seiner Fans mit „Geil!“ und bedankt sich höflich für jeden Applaus. Die Wirkung bleibt nicht aus: Göttingen liebt Gregory. Mädchen mit Glitzerlidschatten und Männer mit grauen Schläfen skandieren gleichermaßen „Zugabe“, als der Brite nach knapp einer Stunde die Bühne verlässt. Und wie es sich für einen höflichen jungen Mann gehört, kommt er zurück.

Seinen bisher größten Hit hat er sich in Göttingen bis zuletzt aufgehoben. Und es ist wohl das deutlichste Zeichen für einen gelungenen Auftritt, dass er ihn eigentlich gar nicht mehr gebraucht hätte. Der 23-Jährige und seine Band hatten schon nach dem dritten Song gewonnen. Gregory steht am Ende auf der Bühne und bringt es mit weiteren Bruchstücken seiner Deutsch-Kenntnisse auf den Punkt: „Schön Göttingen.“

Von Markus Scharf

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