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Regional DJ Alle Farben tanzt auf dem Tisch
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15:21 17.09.2017
Gute Stimmung in der Lokhalle Quelle: Arne Bänsch
Göttingen

Feuerfunken sprühen von unten aus der Bühne, im Wechsel mit Rauch, der in die Menge gepumpt wird, und Konfetti aus dazugehörigen Kanonen. Dann werden riesige bunte Gymastikbälle durch in die Menge geworfen, sie bewegen sich über die Köpfe der rund 8000 Besucher in der Lokhalle – und DJ Alle Farben lässt dazu seinen Hit „Please Tell Rosie“ erklingen, steigt lässig auf das DJ-Pult und tanzt grinsend.

Mit diesem Auftritt hat der Berliner DJ den anderen fünf Musikern während des NDR2 Soundcheck-Finales „Musikszene Deutschland“ die Show gestohlen – zumindest was die Effekte angeht. Denn nach dem Auftritt des 32-Jährigen verstanden die begeisterten Zuschauer auch, warum DJ Alle Farben – wie ein NDR2-Moderator es zuvor erzählt hatte – mit mehreren LKWs zu dem Festival angereist war. Die speziellen Effekte erfordern eben das entsprechende Equipment. Aber neben der überzeugenden Show begeisterte Alle Farben das Publikum auch mit seinen Hits – neben „Please Tell Rosie“ spielte er unter anderem „Supergirl“ und „She Moves“. Für letzteren Song hatte er auch den dazugehörigen Künstler Graham Candy mitgebracht.

Leuchtende Handys, hüpfende Fans

Alle Farben war nicht der einzige DJ an diesem Abend. Eröffnet hatte das Finale das DJ-Duo Stereoact, das stimmungstechnisch gut vorlegte. Zu Liedern wie „Die Immer Lacht“ und „Nummer Eins“ ließen die beiden Männer das Publikum mitklatschen, Arme – inklusive leuchtenden Handys – in der Luft schwenken und zu Nummern mit schnelleren Beats wie „Denkmal“ auch mal herumhüpfen.

Finale des NDR2 Soundcheck Festivals in der Lokhalle mit unterschiedlichen Künstlern.

Weniger hüpfen, mehr bedächtig lauschen war bei Amanda und Adel Tawil angesagt. Erstere Sängerin hatte etwas Probleme, das Publikum zu mobilisieren. Zwar tanzte die energische Frau mit der Rasta-Frisur losgelassen über die Bühne und rappte dazu, doch die meisten Songs schienen die Besucher in der Göttinger Lokhalle nicht mitsingen zu können oder wollen. Erst bei ihrem letzten Lied „Blau“ kam mehr Schwung in den Raum vor der Bühne. Der Song habe „über den bescheidenen Sommer hinweggeholfen“, hatte eine NDR2-Moderatorin vorher angekündigt – das Fehlen von Sido, der sonst auch an dem Track beteiligt ist, fiel aber auf.

Auch bei Adel Tawil ging es tanztechnisch ruhiger zu – romantikgeladene Songs wie „So schön anders“ und „Ist da jemand“ animierten eher zum Schunkeln als zu wilden Tanzmoves, mitgesungen wurde aber trotzdem viel. Nicht nur mitgesungen, sondern auch ganz schön viel gekreischt wurde hingegen bei Mädchenschwarm Wincent Weiss. Schon bevor der 14-Jährige Newcomer, der vergangenes Jahr noch beim Soundcheck-Festival auf der Citystage aufgetreten war, überhaupt auf der Bühne stand, gingen die Stimmen hoch. Als er dann seinen Hit „Musik sein“ anstimmte, wurde es nur noch lauter.

So schön kaputt

Wincent Weiss brennt, er will das unbedingt“, hatte vor Beginn der Show noch NDR2-Programmchef Torsten Engel gesagt. Das zeigte der junge Mann auch an diesem Abend: Er ging auch Tuchfühlung mit dem (weiblichen) Publikum, in dem er von der Bühne stieg und singend durch die ersten Reihen lief und Selfies mit seinen Fans machte. Er ließ die textsicheren Besucher auch mal allein seine Songs wie „Feuerwerk“ oder „Nur ein Herzschlag entfernt“ singen oder setzte sich zwischendurch mit seiner Band in einer Reihe hin, um gemeinsam ein Medley aus aktuellen Hits wie „Chöre“ (Mark Forster), „80 Millionen“ (Max Giesinger), „Ich und mein Holz“ und „Ahnma“ (Beginner) zu spielen – und damit auch für ein paar Lacher zu sorgen.

Als witziges Duo präsentierten sich auch SDP, die mit Songs wie „Tanz aus der Reihe!“ und „Die Nacht von Freitag auf Montag“ – übrigens auch ein Song, in dem Sido normalerweise beteiligt ist; seine Abwesenheit schadete in diesem Fall aber nicht – auf den Partyeffekt setzten und für laute „SDP“-Rufe aus dem Publikum sorgten. Aber auch ihren aktuellen Liebessong „So schön kaputt“ brachte das Duo, das manchmal auch ein bisschen „schön kaputt“ wirkt, auf die Bühne.

Viel Show, viel Party und auch viel Romantik: Der lange Abend mit den sechs Acts brachte für alle etwas mit – und machte das lange Stehen in dem großen Raum lohnenswert.

Von Hannah Scheiwe

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