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Regional Brillante Nachwuchssolisten beim Göttinger Symphonie-Orchester
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00:31 16.04.2018
Jan-Aurel Dawidiuk ist einer der Nachwuchssolisten, die gemeinsam mit dem GSO brillierten. Quelle: Michael Schäfer
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Göttingen

Die Leistungen der jungen Musiker waren schlicht phänomenal. Im Eröffnungsstück war der jüngste Solist des Abends zu erleben, der hochvirtuose und atemberaubend souveräne Geiger Jakow Pawlenko, der im November seinen 15. Geburtstag feiern kann. Er spielte den teuflisch schwierigen Solopart in der Carmen-Fantasie, die Franz Waxman 1946 für den Film „Humoresque“ komponiert hat. Nicht minder souverän war die Blockflötistin Tabea Wink (Jahrgang 1998) in David Bedfords 1994 komponiertem Blockflöten-Konzert, in dem die gesamte Familie dieses Instruments von der Bassflöte bis hinauf zum Sopranino vertreten ist. Hier bewies die Musikerin viel Temperament und eine wieselflinke Finger- und Blastechnik – stellenweise auf zwei Instrumenten gleichzeitig.

Mit loderndem Feuer

Ein Jahr jünger ist die Cellistin Alina Jacqueline Stieldorf aus Dannenberg. Sie bezauberte das Publikum mit den graziös-kraftvoll vorgetragenen Rokoko-Variationen von Peter Tschaikowsky, gefolgt von den ebenfalls zauberhaft gespielten zwei Tänzen von Claude Debussy für Harfe und Streichorchester, in deren Solopartie Johanna Dorothea Görißen (Jahrgang 2000) ihre ausdrucksstarke Kunst beweisen konnte. Den höchst markanten Schlusspunkt setzte der gleichaltrige Pianist Jan-Aurel Dawidiuk in Robert Schumanns a-Moll-Klavierkonzert: technisch tadellos, kraftvoll, selbstverständlich mit jugendlichem Temperament – nein, das ist zu wenig: mit loderndem Feuer – und bereits sehr erwachsen in der Gestaltung seines Soloparts. Dawidiuk hat in diesem Jahr im Fach Orgel am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen und erzielte dabei auf Regional- und Landesebene jeweils die Höchstpunktzahl. Da dürfte er auch gute Chancen im Bundeswettbewerb haben, der vom 17. bis 24. Mai in Lübeck ausgetragen wird.

Engagierter Dirigent

Wunderbar, dass sich das GSO mit seinem Dirigenten Christoph-Mathias Mueller derart engagiert und mit so großer Zuwendung für den musikalischen Nachwuchs einsetzt. Mueller balancierte das Lautstärkeverhältnis zwischen Solo- und Tuttiabschnitten sehr sorgfältig aus. Er verdünnte das Orchester dort, wo – etwa im Fall des Blockflötenkonzerts – der zarte Solo-Klang sonst möglicherweise zugedeckt worden wäre, und gab andererseits der musikalischen Leidenschaft, beispielsweise im Schumann-Klavierkonzert, gebührend Raum. Dementsprechend laut brauste der begeisterte Beifall.

Der Abend bewies eindrucksvoll den Erfolg der Förderung junger Talente durch die Stiftung Jugend musiziert Niedersachsen, die 2006 durch die Initiative der Göttinger Flötenpädagogin Uta Mittler ins Leben gerufen wurde. Dass alle fünf Solistinnen und Solisten inzwischen bereits Früh- und Jungstudenten an Musikhochschulen sind, ist nicht zuletzt dieser Förderung zu verdanken.

Von Michael Schäfer

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