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Regional Premiere für Lesebühne „Dioptrien Deluxe“
Nachrichten Kultur Regional Premiere für Lesebühne „Dioptrien Deluxe“
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14:18 18.01.2019
Johannes Floehr bei der neuen Lesebühne "Dioptrien Deluxe" im Nörgelbuff. Quelle: Linnhoff
Göttingen

Die Idee sei während des letzten Literaturherbstes entstanden. Paul Bokowski, Autor, Vorleser und Geschichtenerzähler, war im Rahmenprogramm des Festivals beim SprachlabOhr im Nörgelbuff aufgetreten. Dort habe er das frischgebackene Duo „Tscharällo und der Deich“ mit ihrem Lied „Bilderbuchdenken“ gehört und sei beeindruckt gewesen, sagt der Autor. Kurze Zeit später sei gemeinsam mit den beiden Musikern Joachim Linn und Henrik tom Dieck die Idee zur Lesebühne „Dioptrin Deluxe“ geboren.

Bokowski, der in Berlin eine eigene Lesebühne hat, sei dazu extra „mit der S 20“ angereist und bezeichnet Göttingen „als den schönsten westlichen Teil Berlins“. Mit dem vielsagenden Titel „Hauptsache nichts mit Menschen“ hat er 2013 einen literarischen Überraschungserfolg gelandet.

Stargast Johannes Floehr

Stargast des Abends ist der Poetry-Slam-Meister, Erfolgsautor und Twitterkönig Johannes Floehr. Der Autor, der „freiwillig“ in Krefeld lebt, steht seit 2010 mit seinen Texten auf der Bühne. Sprachkultur ist ohne Zweifel seine Passion und Worte sein Kapital. Diese kann er in einer beeindruckenden Geschwindigkeit zitieren, lesen oder vortragen. Floehrs lapidarer Kommentar dazu kommt bescheiden daher: „Ich kann halt labern" sagt er über sich. Sein erstes 2018 erschienenes Werk hat er schlicht „Buch“ betitelt.

Neue Lesebühne "Dioptrien Deluxe" im Nörgelbuff Quelle: Linnhoff

Dioptrien Deluxe“ heißt das Format nicht von ungefähr: Alle vier Teilnehmer sind Brillenträger. Insgesamt mehr als 28 Dioptrien säßen auf der Bühne, wie Linn schmunzelnd erzählt, von denen allein 16 auf ihren Gast entfielen. So sei auch bei den zukünftigen Gästen eine Brille Pflicht. Die Vier sitzen gemütlich auf der Bühne an einem Tisch und treten im Wechsel ans Mikrofon.

Humorige Alltagsbeobachtungen

Bokowski widmet sich in Anlehnung an „Game of Thrones“ dem Thema „Feinde“. Die Einladung eines Lion Clubs unter dem Motto „In der Not frisst der Teufel Spargel“ in das Kultur & Poetry Gestüt Bellitz gehört in die Rubrik „Schlimmste Auftritte“. Humorige Alltagsbeobachtungen, gestochen scharf formuliert, sind seine Stärke.

Zwischen den einzelnen Leseauftritten gibt es unterhaltsame Musik mit eigenen Texten und Covern, vorgetragen von Linn an der Ukulele und Klarinette und tom Dieck an der Gitarre.

Islam und Deutschland

In Kurzgeschichten behandelt Floehr Fragen, etwa ob der Islam zu Deutschland gehört. Seine ausführliche Antwort dazu: JA! Der Sinn von Träumen sei, dass man sich im Schlaf nicht langweile. Und er ist in Beiträgen von Bokowski mehr als einmal als zweite Stimme gefragt, wenn es zum Beispiel um das Thema „Selbstabholer – Kein Versand!“ bei Ebay Kleinanzeigen geht. Dazu stellen sie herrliche Telefon-Dialoge um einen zum Verkauf stehenden Schreibtisch nach, die immer ins Leere laufen, bis das Objekt letztendlich an einen Fußfetischisten aus Esslingen geht.

Floehr erweist sich aber auch als Meister von Melodien, die er schlicht durch Anschlagen seiner Wange nachspielt und die das Publikum erraten muss. Ein echter Brüller, der wie der gesamte Abend erfrischende Unterhaltung bot.

Das begeisterte Publikum darf sich auf die Fortsetzung am 16. April freuen.

Von Jörg Linnhoff

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