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Regional Neue „Studio-Galerie“
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00:19 23.10.2017
„Flurbereinigung“ im Künstlerhaus:Tamara Wahby. Quelle: Hartwig
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Göttingen

Der Verein, der das Haus bespielt, kann finanziell und personell nicht alle Räume bestücken, erläuterte Georg Hoppenstedt vom Vorstand des Vereins Künstlerhaus, die Hintergründe. Jetzt übernimmt der Verein die Verantwortung für die Ausstellungen in der „Studio-Galerie“, die Hoppenstedt als eine Art Produzentengalerie sieht, in der die ausstellenden Künstler zuständig sind. Der Vorteil für Besucher und Aussteller: Beide träfen sich häufiger, da die Künstler selbst die Aufsicht übernähmen und könnten so gut ins Gespräch über die Kunst kommen, erklärte Hoppenstedt. Bislang ist geplant, dass die Künstler der Initiativgruppe ihre Arbeit vorstellen, „später auch andere ausgewählte Künstler“. Hoppenstedt: „Wir wollen das Spektrum der Auseinandersetzung mit Kunst erweitern.“ Der Plan: Werk- und Arbeitsprozesse sollen in den Ausstellungen deutlich werden.

Genau das passiert in der Premierenausstellung. Wahby und Jockers haben zueinander gefunden, weil die eine das malt, was die andere fotografisch umgesetzt. Wahby hat Landschaft fotografiert und dabei bewusst verengende Ausschnitte gewählt. Schon im Werk von Wassily Kandinsky (1866-1944) ist Datumsgrenze belegt, wann und in welchen Werken sich der Übergang seiner Kunst von der Landschaftsmalerei in die Abstraktion vollzogen hat. Das vollziehen Wahby und Jockes jetzt nach.

Jockers reduziert in einem Großteil ihrer Bilder im Gewölbekeller das Landschaftssujet auf zwei große Farbflächen, die von einer feinen Linie getrennt sind. In einem Gedicht mit dem Titel „Norddeutsche Landschaft zur Ausstellung hat sie in Worte gefasst, was sie dabei umgetrieben hat. Autos, ein Flugzeug? „Auf meinem Bild merkst du es nicht. Das hält nur Flächen fest und Farben.“

Wahby geht. Einen ähnlichen Weg, allerdings fotografisch. Sie hat die Bildausschnitte ihrer Landschaftsfotografie so gewählt, das Wiesen und Äcker zu Farbflächen werden die von Horizonten, Wegen und Straßen, aber auch senkrechten Masten durchzogen werden wie mehr oder minder feine Linien. Und je mehr man sich den ausgedruckten Bildern nähert, desto mehr driften sie in die Abstraktion. Dann werden beispielsweise Grashalme auf Wiesen zu feinen Pinselstrichen, die der Fläche Struktur geben.

Mit dieser Ausstellung ist dem Projekt „Studio-Galerie“ ein feiner Start gelungen. Der Göttinger Maler Marcel Durand ist der nächste, der das Niveau halten muss. Er zeigt Zeichnungen zum 275. Geburtstag des Wissenschaftlers und Aphoristikers Georg Christoph Lichtenberg, der in diesem Jahr gefeiert wurde.

Die Ausstellung „Flurbereinigung“ von Wahby und Jockers im Gewölbekeller des Künstlerhauses, Gotmarstraße 1, ist bis 20. Oktober und vom 27. bis zum 29. Oktober am Freitag von 16 bis 18 Uhr, an den Wochenenden von 11 bis 16 Uhr zu sehen.

Von Peter Krüger-Lenz

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