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Regional Neue Theaterproduktion des freien Theaters
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12:12 10.12.2016
Von Peter Krüger-Lenz
Matthias Damberg ist Karl, der in den Krieg zieht. Quelle: R
Göttingen

Karl ist der Erstgeborene der gräflichen Familie. Er ist der Lieblingssohn des Vaters. Sein Bruder Franz, von der Natur und der Familie benachteiligt, schmiedet Ränke. Der Vater verstößt Karl, der sich von einer Räuberbande zum Anführer wählen lässt. Sein idealistischer Plan: Gutes tun und den schwachen helfen.

Doch zur Bande gehört auch Moritz, der aus Vergnügen mordet.Autor Weiß greift diese Motive auf. Sein Karl lebt behütet in der Burg und gerät aus der Bahn. Er bricht aus und reist dorthin, wo andere weg wollen. Karl schließt sich terroristischen Islamkämpfern an.Regisseur de la Chevallerie schildert diese Geschichte mit minimalem Aufwand und maximalem Ertrag. Mit Matthias Damberg hat er schon bei der Erfolgsproduktion „Steh deinen Mann“ zusammengearbeitet.

Auch diesmal trägt Damberg weitgehend solistisch den Abend. Bruchlos und nachvollziehbar gleitet sein Karl aus dem bürgerlichen Leben in den menschenverachtenden Krieg. Der Konvertit Karl wird zum Gewalttäter.Filmsequenzen unterstützen Damberg auf de Bühne. Gerd Zinck und Andreas Jeßing, Schauspieler am Deutschen Theater Göttingen, tauchen ebenso in Filmsequenzen auf wie Weiß. Die Jugendliche Melina Delpho hat einen kurzen Auftritt.

Und Safoan Zaher spielt einen Moslem, der Karl lautstark zur Rede stellt.Freiheit, Verantwortung und Gerechtigkeit sind zentrale Motive bei Schiller, auch Weiß’ Karl treiben sie um. Umstandslos verschränken sich die Geschichten, deren Entstehung 235 Jahre auseinander liegt. Erstaunlich. Ein bemerkenswerter Theaterabend.Weitere Vorstellungen: 20. Und 21. Januar und 1. und 2. Februar 2017 im Theater im IWF, Nonnenstieg 72. Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 42 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

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