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Regional Muellers letzte Saison
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00:17 22.04.2017
Von Peter Krüger-Lenz
Quelle: Krüger-Lenz
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Göttingen

Mehr als 100 Konzerte gibt das GSO jedes Jahr und erreicht damit mehr als 90 000 Besucher. Das Budget dafür beträgt fünf Millionen Euro jährlich, erklärte GSO-Geschäftsführer Klaus Hoffmann. Die Stadt Göttingen und das Land geben jeweils 1,5 Millionen Euro, der Kreis 600000 Euro und der Landschaftsverband 10 000 Euro. Der Förderverein steuerte im Jahr 2016 115 000 Euro bei. Sponsorengelder kommen dazu. Das Orchester muss etwa ein Viertel der Budgets selbst einspielen - und konnte damit ein leichtes Abonnenten-Plus verzeichnen und eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen.

Musik gegen das Vergessen

Das Einspielen von Geld geschieht über die Konzerte, aber auch über CD-Einspielungen. Mueller hob vor allem die Debussy-CD hervor, die in der Weltpresse bis hin zum Londoner Guiardian positiv rezensiert worden sei.

In der kommenden Saison hat Mueller nach eigenen Angaben renommierte Solisten wie Radu Lupu, Simone Kermes und Dimitri Ashkenazy, aber auch junge Musiker engagiert, die erste Erfahrungen sammeln können. Als Glanzlichter des Programms nannte der Generalmusikdirektor unter anderem gleich das Eröffnungskonzert am Sonnabend, 2. September. Es ist dem russischen Komponisten Alexander Weprik (1899-1958) gewidmet. Er galt als großes Talent, wurde aber 1950 in Russland zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt. Seine Musik geriet darüber in Vergessenheit. Sie wieder bekannt zu machen und an die Opfer des Gulags zu erinnern, sei Ziel dieses Konzertes.

Die Spielzeit endet mit einer Kooperation des GSO und dem Symphonie-Orchester Thorn zur Feier der 40-jährigen Städtepartnerschaft. Auf dem Programm stehen am 29. und 30. Juni Karol Szymanowskis Stabat Mater op. 53 und Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2 c-Moll „Auferstehungssymphonie“.

Zufrieden mit der Situation

Rund zwei Jahre wird die Stadthalle wegen der Renovierungsarbeiten nicht als Spielstätte zur Verfügung stehen. Die Sparkassenarena komme als Ausweichquartier infrage, sagte Hoffmann. Auch könne es vermehrt Konzerte außerhalb Göttingens geben.

Eine weitere Personalie ist bislang nur vage geklärt. Geschäftsführer Hoffmann hatte während der laufenden Saison kurzfristig die Geschäfte übernommen. Er sollte das Orchester wieder in ruhiges Fahrwasser führen. Ein Bewerbungsverfahren sollte für die neue Saison Ersatz für ihn bringen. Doch die Vertragspartner scheinen zufrieden mit der Situation zu sein. Hoffmann verriet schmunzelnd, er habe eine einmonatige Kündigungsfrist, und Stefan Lipski, Vorsitzender des Aufsichtsrates, erklärte, er habe nicht die Absicht, eine Kündigung auszusprechen.

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