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Neuer Spielplan im Deutschen Theater Göttingen

„Glaube, Liebe, Fortschritt, Geld …“ Neuer Spielplan im Deutschen Theater Göttingen

Die Debatte um die Kosten der neuen Probebühne des Deutschen Theaters (DT) im ehemaligen Güterverteilzentrum ist noch in vollem Gange. Doch Intendant Mark Zurmühle ist sicher: Die Eröffnungspremiere der Spielzeit 2013/14 – Zurmühle inszeniert Faust eins und zwei – finde dort statt, erklärte er bei der Vorstellung des Spielplans am gestrigen Mittwoch.

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Mit historischen DT-Plakaten im Hintergrund: das Leitungsteam des Deutschen Theaters um Intendant Mark Zurmühle (2. von rechts hinten) mit den Schauspielern Michael Meichßner (2. von rechts vorn) und Karl Miller (vorn rechts).

Quelle: Heller

Göttingen. „Und wenn es noch keinen Strom gibt, spielen wir eben bei Kerzenlicht.“ 200 Besucher sollen dabei sein, wenn an verschiedenen Orten in der Halle gespielt wird. Premiere ist am 28. September.

„Glaube, Liebe, Fortschritt, Geld“ lautet das Motto der kommenden Saison, ergänzt um drei Punkte, eine Leerstelle, die noch gefüllt werden soll. Es gehte um eine Zukunft, die lebenswert sei. Der Spielplan soll laut Zurmühle dazu Anregungen geben.

Eigentlich eine schöne Idee, vor allem mit Blick auf das Musical, das rockig wird. Michaela Dicu inszeniert „The Rocky Horror Picture Show“, eine bizarre Geschichte zwischen Frankenstein-Horror und Science-Fiction-Spaß. Ein eigenwilliger Blick auf eine mögliche Zukunft, aber auf jeden Fall legendär und sehr unterhaltsam (Premiere: 26. Oktober).

Die einzige Uraufführung der Spielzeit ist der Göttingerin Lou Andreas-Salome (1861-1937) gewidmet, einer schillernden Psychotherapeutin, der Zeitgenossen Affären mit Nietzsche, Rilke und Sigmund Freud andichteten.

Viele Regisseure kommen wieder

Die Produktion sei lange in Planung gewesen, sagt Zurmühle, ein Autor oder ein Autorin habe gefehlt. Die ist jetzt gefunden. Tine Rahel Völcker arbeitet an dem bislang namenlosen Auftragswerk (Premiere: 21. Dezember).

Regisseurin Antje Thoms wird zwei Mal am DT arbeiten. Erst inszeniert sie ihre eigene Bühnenfassung des Romans „Das Versprechen“ nach Friedrich Dürrenmatt (Erstaufführung: 5. Oktober).

Im Januar steht dann „Wir waren“ auf dem Plan. Der Franzose Wiliam  Pellier hat die Geschichte eines Paares geschrieben, das nicht unwürdig altern und deswegen nach einem letzten Urlaub Selbstmord begehen will. Doch der Mann überlebt. Der Premierentermin ist noch offen.

Weitere Regisseure, die bereits am DT Regie führten, kommen in das Haus am Wall zurück. Der Pole Wojtek Klemm inszeniert „Der Fall der Götter“ nach dem Luchino-Visconti-Film „Die Verdammten“ (Premiere: 25. Januar). Felix Rothenhäusler führt Regie bei Schillers „Die Jungfrau von Orleans“ (Premiere: 22. März).

Nico Dietrich arbeitet zum ersten Mal im Großen Haus. Dort zeigt er Horváths „Glaube Liebe Hoffnung“ (Premiere: 26. April). Auch er ist für eine zweiten Produktion vorgesehen. In Kooperation mit dem Schlosstheater Celle entwickelt er einen Dokumentartheaterabend über die Sicherungsverwahrung in Celle und Göttingen.

„Wegschließen und zwar für immer“ wird das Werk heißen, in dem es um Schwerstverbrecher geht. Und Michael von zur Mühlen zeichnet verantwortlich für „Leben des Galilei“, für das Bertolt Brecht drei Fassungen schreiben musste, bevor er zufrieden war. Bei den Proben starb er dann (Premiere: 17. Mai). Zwei Stücke sollen noch dazu kommen, eine Komödie und die Schlussproduktion.

An diversen Orten in der Stadt

„DT Extras“ heißt eine Reihe, die sich vor allem mit Menschen mit Migrationshintergrund und älteren Menschen befasst. Für die Tage vom 1. bis zum 3. November ist ein Festival mit dem Titel „Migration/Heimat“ in Planung. 

Das Kollektiv red park setzte sein Projekt „Die arabische Reise“ im Sommer 2014 fort, und Swantje Möller inszeniert zu Zurmühles „Faust“-Produktion Elfriede Jelineks Drama „Faustin and out“, die virtuoseste Textfläche der Autorin, meint Dramaturg Henrik Kuhlmann.

Die DT-Schauspieler Michael Meichßner und Karl Miller planen ein neues Format. Regelmäßig soll „The 45 Minute Show“ auf dem Spielplan stehen, an diversen Orten in der Stadt wie in der Sauna , an der Bushaltestelle oder im Toilettenhäuschen stattfinden. Das Publikum soll beteiligt werden, die Themenausfall bleibt unbeschränkt. Nicht jedoch die Altersfreigabe. Menschen ab 18 Jahren sollen in den Genuss der Show kommen.

Eine positive Bilanz der laufenden Spielzeit zog schließlich Verwaltungsdirektorin Bettina Reinhart. Es könnte die beste Saison der vergangenen Jahre werden. Mit Stichtag 30. April haben laut Reinhart 2491 Menschen mehr als in der Saison 2011/12 das DT besucht.

Die Gesamtauslastung lag bei gut 75 Prozent, im DT-Keller gar bei nahezu 100 Prozent, im Studio immerhin noch bei bemerkenswerten 91 Prozent.

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