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Nico Dietrich wird neuer Intendant des Jungen Theaters Göttingen

„Viele tolle Menschen“ Nico Dietrich wird neuer Intendant des Jungen Theaters Göttingen

Seit wenigen Wochen ist klar: Nico Dietrich ist ab der Spielzeit 2014/15 für vorerst drei Jahre neuer Intendant des Jungen Theaters (JT). Ihm bleibt also wenig Zeit, sein Team aufzustellen, und einen Spielplan vorzulegen. Für Dietrich kein Grund zur Hektik. „Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich“, sagt der 1979 in Brandenburg geborene Theatermann. Und einige Entscheidungen hat er bereits getroffen.

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Startet im Sommer mit neuem Leitungsteam im Jungen Theater: der neue Intendant Nico Dietrich.

Quelle: Theodor da Silva

Göttingen. Die Verträge der jüngeren Schauspieler werde er nicht verlängern, erklärt Dietrich. Viele wollen aber auch von sich aus gehen – wie Dirk Böther. Der wechsele mit Ex-JT-Intendant Andreas Döring ans Schlosstheater nach Celle. Nur Agnes Giese und Jan Reinartz bleiben am Haus, das sei ihm wichtig, erklärt der künftige Chef des Theaters.

Beide seien sehr gut vernetzt, „haben viel aufgebaut und viel getragen“. Dass die Zeit für die Verpflichtung eines neuen Ensembles und Leitungsteams knapp werden könnte, weist Dietrich weit von sich: „Es gibt ganz viele tolle Menschen, die hier mit mir arbeiten wollen.“ Und: „Alle, die kommen, sind Mehrfachbegabungen“.

Dietrich hat sich in den vergangenen Monaten vor allem einen Namen mit seinem Dokumentar-Theater gemacht. So entwickelte und inszenierte er für das Deutsche Theater Göttingen und das Schlosstheater Celle die Produktion „Wegschließen und zwar für immer“ über die Sicherheitsverwahrung in den Gefängnissen beider Städte.

"...es muss Salz und Pfeffer haben“

Diese Art von Theater interessiere ihn auch weiterhin, sagt Dietrich: „Dokumentar-Theater, lokal angebunden, mit überregionaler Durchschlagskraft. Es muss um etwas gehen, es muss Salz und Pfeffer haben“. Doch ein „Dokumentar-Theater-Theaterhaus“ soll das JT nicht werden.

Dietrich: „Der Kernbetrieb muss erhalten bleiben, ich will das nicht komplett umkrempeln.“ Werden also weiterhin jene Stücke auf dem Spielplan stehen, die auch Abitur­thema sind, und die Komödien, die das Publikum ins Haus bringen? Dann lächelt er verschmitzt und sagt: „Die Standards bleiben. Die Frage ist, welche Komödie gespielt wird und wie wird sie inszeniert?“ Der Bürger verdiene einen frischen Blick auf Theater.

Dietrich will das Leben im JT ein wenig entschleunigen. Er nennt es „Ressourcen entlasten“ und sagt: „Wir fahren derzeit ein bisschen auf Verschleiß.“ Vielleicht eine Produktion weniger auf dem Spielplan. Oder statt einer größeren zwei kleine.

Dietrich will Gelder einwerben

Und er hält „die Nähe zum Publikum für ein großes Pfund“. Das JT sei ein sehr offenes Haus, das „würde ich gerne wieder herausputzen“. Wichtig sei, dass das Haus wieder in ruhiges Fahrwasser komme.

Als eine seiner Qualitäten sieht Dietrich seine Arbeit in den verschiedenen Theaterszenen, „ausgebildet für das Stadt- und Staatstheater, aber auch zu Hause in der freien Szene“. Für die will er das Haus öffnen, vorrangig für die freien Gruppen in Göttingen „oder auch aus dem kompletten niedersächsischen Raum“.

Eine Positionierung  zum Deutschen Theater, das mit Erich Sidler im Sommer auch einen neuen Intendanten bekommt,  fällt ihm allerdings bislang schwer. Beide Häuser seien doch derzeit „zwei weiße Blätter“.

Und eine weitere Qualität soll die finanzielle Situation des JT entspannen. Dietrich will Gelder einwerben, „das habe ich doch jahrelang gemacht“. Sein Plan: „Nicht immer von jetzt auf gleich produzieren, einfach mal für drei bis fünf Jahre vorausschauen.“

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Mit Charme und französischem Akzent: Alfonse.

Vor fast fünf Jahren, im Mai 2009, war die NDR-Show „Intensiv-Station“ zu Gast im Jungen Theater (JT). Jetzt kommt sie wieder – deutlich selbstbewusster. Am Sonntag, 2. März, macht „der satirische Monatsrückblick“ mit Moderator Axel Naumer Station in der Lokhalle, in die weitaus mehr Besucher passen als ins JT. Der Abend beginnt um 20 Uhr.

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