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00:17 02.11.2017
„NO FUTURE KOMPLEX“: die Künstler Mitra Wakil, Sebastian Stein und Stephan Janitzky (von links). Quelle: Peter Heller
Göttingen

Lange Stoffbahnen, mal grün, grau, rot gefärbt, mal einfarbig grau, hängen in den vier Ausstellungsräumen. Orangefarbene und schwarze Sicherheitsgurte sind darauf genäht, Lichtpaneele sorgen in den Räumen für Licht. „Ambience 2018 I, II, IV und V“ heißen sie. Die Bahnen zerschneiden die Räume, der Betrachter findet sich in kleinen Winkeln und Nischen wieder. „Nein“, mehrfach wiederholt, steht in weißen Großbuchstaben auf schwarzen Planen an der Wand. Über QR-Codes, die mit dem Handy gescannt werden können, sollen sich die Besucher, mit der Ausstellung auseinandersetzen. „Die Codes sind als Weiterführungen und Zurückführungen gedacht. Unsere Haltung soll sich das Publikum selbst erarbeiten“, sagt Wakil.

„Everything is boring“

Folgt der Besucher den Codes, so er denn ein Smartphone mit QR-Code-Scanner dabei hat, öffnen sich neue Räume – etwa das dreidimensionale Modell eines Balls oder eine computeranimierte, unendliche Fahrt durch eine gebogene Röhre. Auf einem Foto, das die Künstler über einen der Codes teilen, ist ein Atelier zu sehen. Auf der Wand steht „Everything is boring“ (Alles ist langweilig), „Plündert“ und „Quit everything“ (Hört mit allem auf). „Fotue“ haben die drei Künstler ihre Ausstellung genannt. „Fotue“ – französisch für „fertig, kaputt, am Ende“.

„Einen Masterplan hatten wir nicht“, sagt Janitzky. Bei der Gestaltung der Räume hätten sie improvisiert, einen „homogenen Pool an Ideen“ habe es nicht gegeben. „Wir wollten mit Materialien experimentieren, um Atmosphäre zu schaffen“, ergänzt Stein. Zu 90 Prozent seien sie mit dem Ergebnis zufrieden.

„Keine Zukunft für diese Gegenwart“

Unter dem Label „No Future Komplex“ trainierten zurzeit Wakil, Janitzky und Stein „mit einem weiter gefassten, freundschaftlichen Zusammenhang den Angriff auf hermetische Formatierungen im Kontext der zeitgenössischen Kunst und der dazu in Beziehung stehenden Theorieproduktion“, heißt es im Ankündigungstext des Kunstvereins. Ausgangspunkt war für das Trio die Workshopreihe »NO FUTURE: bourgeois escapism and preaching to the converted« im November 2011 im Lothringer13_Laden, einem Kunstraum in München. Diesen organisierten Mitra Wakil, Stephan Janitzky und Sebastian Stein von 2011 bis 2014 mit. „No future“, erläutert Janitzky, sei diese Idee des Punks, dass es keine Zukunft für diese Gegenwart gebe.

Die Schau „Foutue“ ist noch bis zum 17. Dezember im Alten Rathaus, Markt 9, zu sehen. Sie ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen.

Von Michael Brakemeier

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