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Nordische Chormusik füllt Kirchen-Klangraum

Skara Domkyrkokörs Nordische Chormusik füllt Kirchen-Klangraum

Die Göttinger Johanniskirche hatte Besuch aus Schweden. Der Skara Domkyrkokör singt normalerweise im prächtigen Dom der südschwedischen Stadt, hat aber kurz vor dem 1000-jährigen Geburtstag seiner Diözese einen Besuch nach Deutschland unternommen, der ihn nach Göttingen und Hildesheim führte.

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30 von 45 Mitgliedern traten die Reise an: der Skara Domkyrkokörs in St. Johannis.

Quelle: Pförtner

Unter dem Chorleiter und Domorganisten Reibjörn Carlshamre präsentierten die rund 30 Sänger kurzweilige Vokalwerke aus allen fünf nordischen Ländern, wobei der zeitliche Schwerpunkt auf das zwanzigste Jahrhundert gelegt wurde. Mit Owe Greens „Brudmarsch från Lagmansboda“ entschied sich Carlshamre für einen überwiegend ostinaten Einstieg, der in einer Psalmvertonung Otto Olssons eine getragene Fortsetzung fand. Vielleicht war der gesetzte Beginn die richtige Wahl für den Chor, denn die Bässe klangen noch etwas rau und die Einsätze hätten präziser sein können.

Man muss dem Chor zugestehen, dass nur 30 seiner 45 Mitglieder die Reise wagten, was dem Gesamtklang sicherlich abträglich war. Allerdings hätte man sich insbesondere die Enden der einzelnen Phrasen präziser und klarer intoniert gewünscht, insbesondere, da die erhaben anmutende Statik der Sätze dies unbedingt verlangt.

Doch es gab auch viel zu loben an diesem Abend: Der Tenor Erik Johansson überzeugte überraschend an der Querflöte: Sein warmer, aber doch lebhafter Ton schmiegte sich einfühlsam in den Gesang des „Kyrkmarsch“ von Olle Jansson. Die folgende Flötensuite Gunnar Hahns markierte schließlich den Wendepunkt des Programms. Man möchte fast meinen, dass der Formation die Pause gut getan hat, denn sie fand zu mehr Kräftigkeit im Ton. Zudem nutzte sie den Klangraum des Kirchenschiffs aus, in dem Carlshamre seine vier Stimmgruppen zu den Seiten des Publikums postierte – die akustische Erfahrung der Räumlichkeit war eine wirklich lohnende Ergänzung.

Auch Oscar Ahnfelts Komposition „Blott en dag“ war ein Höhepunkt, denn als Domorganist versteht sich Carlshamre natürlich auch aufs Klavierspielen, womit er während Ahnfelts Stück moderne Akzente setzte. Der Rest des Chores kann sich bei einem eventuellen Wiedersehen also auch ruhig nach Göttingen trauen.

Von Jonas Rohde

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