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Regional „Ophelias Schattentheater“ von der Theaterwerkstatt Göttingen
Nachrichten Kultur Regional „Ophelias Schattentheater“ von der Theaterwerkstatt Göttingen
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12:40 18.05.2015
„Ophelias Schattentheater“  von der Theaterwerkstatt Göttingen. Quelle: Heppel
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Göttingen

Im Rahmen des Familientages der Internationalen Händel-Festspiele wurde die Premiere am Sonnabend im Alten Rathaus aufgeführt.

Fräulein Ophelia hat ihr Leben lang als Souffleuse in einem kleinen Theater gearbeitet, das nun seine Türen schließen muss. Nach der letzten Vorstellung allein im Saal begegnet ihr ein Schatten, der nicht weiß, wo er bleiben soll. Als er darum bittet, nimmt sie ihn bei sich auf. Immer mehr herrenlosen Schatten kommen, und alle finden Aufnahme bei dem freundlichen Fräulein.

Um die Schatten zu beschäftigen, bringt Ophelia ihnen all die großen Komödien und Tragödien bei, die sie selbst auswendig kann.
 Als ihr wegen der vielen Untermieter die Wohnung gekündigt wird, beschließen die Schatten, etwas für Ophelia zu tun und vor Publikum zu spielen.

Gemeinsam reisen sie um die Welt und verzaubern die Menschen mit ihrem einzigartigem Theater. Bis eines Tages ein besonders großer Schatten vor Ophelia steht. Als sie auch diesen aufnimmt, findet sie sich in einer anderen wunderbaren Welt wieder.

Arbeitslosigkeit, der Verlust der Wohnung, Außenseitertum und Tod. Thematisch ist es keine leichte Kost, die „Ophelias Schattentheater“ für die Premierenbesucher, darunter auch einige Kinder, bereithält. Eigentlich. Doch was Beate Kühnhold als Ophelia und Erzählerin sowie Sungwoo Jung als Schatten unter der Regie von Dorothea Derben auf die Bühne bringen, wird getragen von Leichtigkeit und Klarheit.

Ein Sessel, Stoffe, zwei Degen, ein Lenkrad. Es braucht nur wenige Requisiten und Kostüme, um in die Welt der Schatten, in der die Farbe Schwarz vorherrscht, zu entführen. „Seid für einander da und nicht gegeneinander“, sagt Fräulein Ophelia als die Schatten miteinander streiten. Und all die großen Komödien und Tragödien tragen dazu bei, die Welt lebendiger und spannender zu machen. Das Spiel im Spiel mit Szenen aus Klassikern wie Romeo und Julia, Minna von Barnhelm, Leonce und Lena schafft neue Räume.

Tänzerische Choreografien, Pantomime, ausgeprägte Gestik und Bewegungen: die Betonung körpersprachlicher Mittel lässt die Charaktere und den Inhalt über das gesagte Wort hinaus universell verständlich werden. Die musikalische Begleitung setzt noch einen Punkt dazu. Mit ihren souverän und feinfühlig gespielten Improvisationen bekannter Motive von Grieg bis Bach verleiht Eva Veith am Cello der Inszenierung eine wunderbar dichte Atmosphäre. Großer Applaus.

 

Weitere Vorstellungen am 27. Mai um 10 und 18 Uhr, am 28. Mai um 10 Uhr und 29. Mai um 18 Uhr im Apex in Göttingen, Burgstraße 46. Kartenvorbestellung: Telefon 0551 / 59544, info@domino-goettingen.de.

Von Karola Hoffmann

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