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Regional Oratorium Deborah mit Sopranistin Anna Dennis in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Oratorium Deborah mit Sopranistin Anna Dennis in Göttingen
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12:28 18.05.2015
Kammerchor und das Göttinger Barockorchester unter der Leitung von Bernd Eberhardt mit der Oper Deborah in Göttingen. Quelle: Heller
Göttingen

Der Göttinger Kammerchor und das Göttinger Barockorchester unter der Leitung von Bernd Eberhardt haben das imposante Werk mit ausgesuchten Vokalsolisten in der Johanniskirche in Angriff genommen – keine leichte, aber eine lohnende Aufgabe.

Das Oratorium in englischer Sprache strotzt vor prunkvollen Chören, die nicht nur mit allegorischen Pauken und Trompeten von der Befreiung der Israeliten von den Kanaanitern erzählt. Im Mittelpunkt stehen zwei Heldinnen: Die Wahrsagerin Deborah, die die Tötung des feindlichen Generals Sisera voraussieht, und Jael, die Sisera schließlich mit Hammer und Nagel zur Strecke bringt.

Das Libretto Samuel Humphreys wirkt in der heutigen Zeit etwas archaisch, entfaltet in der Beschreibung des Kampfes der beiden Parteien zusammen mit der Musik aber eine Dramatik, die für die Gattung durchaus besonders ist.

Der Sopran von Anna Dennis als Deborah gefiel außerordentlich. Nichts an ihrem expressiven Vortrag wirkte aufgesetzt, alle Affekte entwickelte sie einzig aus den perfekt beherrschten vokalen Linien. Ihr ebenbürtig war Sopranistin Johanna Neß, die Jael und einer israelitschen Frau ihre schöne Stimme verlieh. Auch Clemens Löschmann war als Sisera und Herold doppelt unterwegs.

Sein Tenor war ungewöhnlich ausdrucksstark, selbst einem vermeintlich deklamatorischen Rezitativ des Herolds verlieh er Melos und Gefühl. Countertenor Leandro Marziotte als Barak und Bass-Bariton Gotthold Schwarz gefielen ebenfalls, wobei Schwarz insbesondere zu Beginn mehr Stimmkraft hätte entwickeln können.

Bernd Eberhardt hielt Chor und Orchester während der drei Akte beisammen ,  ohne zu bremsen. Ihm unterstehen äußerst fähige Musiker, die auch in rasanten Tempi wie in Deborahs Arie „Choirs of Angels“ nie den Ausdruck verloren haben.

Von Jonas Rohde

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