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Pankrath zeigt hintergründige Bilder und Zitate alter Meister

Galerie Ahlers Pankrath zeigt hintergründige Bilder und Zitate alter Meister

Metaebenen, das Bild im Bild, der Betrachter, der den Betrachtenden betrachtet, sich selbst zwischen den Rahmen wiederfindet, das ist die Welt des Rodinger Künstlers und Malers Jochen Pankrath. In Göttingen gastiert der Meisterschüler von Ralph Fleck mit seiner Ausstellung „Über den Rand“ in der Galerie Ahlers.

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Klarer Stil, realistischer Ton: Bilder von Jochen Pankrath aus einem Arbeitsjahr zeigt die Galerie Ahlers.

Quelle: Heller

Die letzten Leinwandbilder hat Pankrath erst vor einem Monat fertiggestellt, insgesamt umfassen die Werke einen Arbeitszeitraum von einem Jahr. Thematisch sind sie alle untereinander verknüpft. Ob es der mit Farbklecksen übersäte Schemel ist, der still und stumm in der Ecke steht, aber spielerisch auf den Schaffenden verweist oder die junge Frau in Ölfarben, die einen kritischen Blick auf das Bild-Bild wirft und charmant den Prozess der Rezeption persifliert, Verweisketten finden sich überall. Die Figuren sind natürlich weiblich, Pankrath gibt zu „das liegt wohl daran, dass ich ein Mann bin.“ Der Stil ist geradlinig und klar, der Ton realistisch, der Ort für das Flirren liegt unter der Oberfläche, im Inhalt, über dem Rand.

Ein Titel lautet „Raum mit kaputter und heiler Vase“, obwohl dort nur eine Wand zu sehen ist mit zwei gehängten Gemälden, worauf besagte Objekte zu sehen sind. „Der Rand scheint unüberwindbar. Was sich außerhalb befindet, wird nicht mehr als zum Bild zugehörig wahrgenommen“, sagt Pankrath. An diesem Gedanken arbeitet er sich ab. Und so findet man sich als Gast der Galerie plötzlich auf einer Allee wieder. Auf dieser 2 x 2,70 Meter großen Leinwand führt eine Straße zu einem weit entfernten Fluchtpunkt. Sie scheint unter den eigenen Füßen zu beginnen und eine Weite zu beinhalten, die über die Maße hinausgeht.

Der ehemalige Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes zeigt in seinen Arbeiten aber auch gerne, dass er alte Meister ironisch zitieren kann. Ganz unverkrampft und ohne übertrieben gewollt zu wirken, positioniert er Dürer-Skizzen neben seinen Frauen-Figuren. Adam mit Feigenblatt ragt aus seinem Bild im Bild über das primäre Quadrat hinaus. Auch eine Eva mit Snoopy-Schlüpfer nimmt der Vorlage die Nüchternheit. Das ist nicht konstruiert, das ist Amusement auf hohem Niveau, das ist Jochen Pankrath.

Zu sehen ist die Ausstellung in der Göttinger Galerie Ahlers, Düstere Straße 21, bis Sonnabend, 7. Mai. Dienstags bis freitags 10 bis 13 Uhr , 15 bis 18 Uhr; sonnabends 10 bis 13 Uhr.

Von Anna Kleimann

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