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Regional In berauschendem Tempo
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00:16 02.05.2017
Partystimmung mit Impala Ray und Sansculottes im Nörgelbuff Quelle: Linnhoff
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Göttingen

Überraschend spielt die frische Göttinger Band „Sansculottes“ mit der charismatischen Sängerin June vorweg auf. Bei ihr trifft amerikanischer Folk auf Gypsy-Jazz. Die leicht kratzig dunkle Stimme Junes fasziniert auf Anhieb. Zuerst nur im Duo mit Igor Penner an der akustischen Gitarre singt sie eindringlich eher ruhige Songs wie „Hang Me, Oh Hang Me“ von Oscar Isaac. Dann wachsen sie mit Antoine Delange an der Klarinette und Deividas Pasilis an der Westerngitarre zur Band und spielen stimmungsvoll zum Tanz auf. Sie werden auch bei der Klub Kultura zu sehen sein. Unbedingt vormerken!

Auf Impala Rays aktuellem Album „From the valley to thesea“ geht es um das Reisen, um die Sehnsucht nach Meer,Freiheit, Weite und Horizont. BayFolk nennt die Band ihre Musik und bringt dazu auch gleich ungewöhnliche Instrumente mit ins Spiel.

Heraus kommt dabei ein fast durchweg tanzbarer Musikmix aus Akustik-Folk, Pop und Rock. Die ungewohnt tiefen Tonlagen der Tuba, gespielt von Nicola Missel, kontrastieren mit dem feinen, hellen Klang des Hackbretts von Carmen Unterhofer. Fetzige Akustikgitarrenriffs und der kraftvolle Gesang von Rainer Gärtner zu vorwiegend basslastigen dumpfen Drums von Dominik Haider vervollständigen den ganz eigenen Sound von Impala Ray.

Ganz unvermittelt steht die Band mitten im Publikum und beginnt ihren Auftritt zünftig mit einem Unplugged-Set,bevor sie die Bühne entert. Sie freuen sich „ganz geschmeidig, in diesem Keller zu sein“, gibt Gärtner begeistert mit leicht bayrischem Akzent vor, und los geht die Reise mit „Sailor“, einem Song über einen alten Mann und das Meer. Raus auf dieses geht es dann in „Napa“, bevor tiefe Drums zu mehrstimmigem Gesang „Yukon“ einleiten und alle Dämme brechen lassen.

Die Party ist eröffnet und eilt in berauschendem Tempo von Stück zu Stück. Choreografien gibt es auf Zuruf, die Musiker improvisieren herrlich im Wechsel mit ihren Stimmen, Tuba und Drums geben den Takt vor. Zarte Klänge vom Hackbrett eröffnen „Maira“, die Tuba schwingt sich in dramatische Höhen, bevor es mit dem alten VW Bus nach Süden bis „Mexico“ geht.

Die Band ist sichtlich „geflasht“ von den vielen ausgelassen tanzenden Besuchern und lässt ihren berauschenden Auftritt unplugged im Publikum ausklingen, wie er begonnen hat.

Von Jörg Linnhoff

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