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Pentzlin und Norris im Göttinger Alten Rathaus

Liebe für alte Jazzstandards Pentzlin und Norris im Göttinger Alten Rathaus

Oft wurde Joe Pentzlins Name in einem Atemzug mit Gottfried Böttger genannt. Gemeinsam bildeten sie ein kongeniales Boogie-Woogie Piano-Duo. Gemeinsam mit dem US-amerikanischen Sänger Ken Norris trat Pentzlin nun unter dem Motto „Side By Side“ mit alten Jazz-Klassikern im Alten Rathaus auf.

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Quelle: Richter

Göttingen. Das Konzert sollte eigentlich schon im Dezember stattfinden, musste aber wegen Erkrankung von Norris verlegt werden.

Traditionell beginnt Pentzlin ihre gemeinsamen Auftritte mit einem solistischen Potpourri von Gershwin Kompositionen, bevor er seinen „favourite Singer“ auf die Bühne bittet. Norris erklimmt diese schwungvoll in elegantem dunkelroten Samtjackett und charmanten Lächeln.

Sie lieben all diese alten Songs, die Jazzstandards aus dem American Songbook, wie Norris bekennt. Er entschuldigt sich noch mal für die Verschiebung des Konzertes, freut sich über einen vollen Saal und und legt mit einem frischen „Le´s go“ los.

„Misty“, eine von dem Pianisten Erroll Garner 1954 komponierte Ballade, bietet seiner samtenen, warmen Stimme die richtige Grundlage. Der winterlichen Kälte trotzt er mit einem inbrünstig gesungenen „Summertime“ von George Gershwin.

Mit „I’ve Got The World On A String“ steht Norris in prominenter Reihe von Interpreten wie Louis Armstrong oder Frank Sinatra. Das 1946 von Matt Dennis komponierte „Angel Eyes“ wartet mit einem feinen solistischen Intermezzo Pentzlins auf.

Beide Musiker harmonieren auf sehr lockere und entspannte Art. Pentzlin erweist sich als Akrobat auf den Tasten mit großer Affinität zum Jazz. Norris präsentiert die getragenen Lieder mit ausladender Gestik und beeindruckender Stimme, die dazu bestimmt zu sein scheint, diese Kompositionen zu singen. Mit dem Motto des Abends „Side By Side“ geht es in die Pause.

Das zweite Set beginnt Pentzlin mit einer Auswahl eigener Kompositionen, in denen er auch seiner Leidenschaft für den Boogie-Woogie Ausdruck verleiht. Vorweg gibt er augenzwinkernd an, dass ihm Norris noch schnell einen Zettel gereicht habe, auf dem dieser „Lieder, die ich heute vielleicht noch singe“ notiert hat.

„Embraceable You“ singt Norris lässig mit einer Hand in der Tasche, lauscht zwischendurch andächtig dem fließenden Spiel Pentzlins und lässt sich zu Ray Charles „Georgia On My Mind“ auf dem Bühnenrand nieder.

Nach „What A Wonderful World“ verneigen sich die Musiker vor dem begeistert applaudierenden Publikum. Dieses wird mit einer fein instrumentierten Version des Klassikers „Somewhere Over The Rainbow“ belohnt und sanft in die kalte Winternacht geleitet.

Von Jörg Linnhoff

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