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Regional Peter Kraus in Göttinger Lokhalle
Nachrichten Kultur Regional Peter Kraus in Göttinger Lokhalle
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00:30 13.04.2018
Peter Kraus war auf seiner "Schön war die Zeit"-Tour in Göttingen: Mit einer grandiosen Band präsentierte Deutschlands King of Rock'n'Roll seine Lieblingshits in der Stadthalle. Quelle: Christoph Mischke
Göttingen

Ein paar bunte Scheinwerfer vor dem roten Samtvorhang, eine herausragende Band, ein spritziger Chor, ein glänzend aufgelegter Peter Kraus und ein dankbares und textfestes Publikum sind die Ingredienzien für einen nostalgisch-musikalischen Abend der Extraklasse. Kraus hat ein Händchen für das, was sein Publikum hören möchte.

Rock’n’Roll auf der Bühne: Die Bildergalerie

2015 hatte er sich vom Tourneeleben verabschiedet, doch nun kam er wieder zurück auf die Bühne: Am Montagabend präsentierte Peter Kraus seine Lieblingshits der Fünfziger- und Sechzigerjahre in der fast ausverkauften Göttinger Stadthalle. Das überwiegend reifere Publikum lag ihm von der ersten Minute an zu Füßen. Hier Eindrücke vom Konzert.

Obwohl seine eigenen Erfolge wie „Wenn Teenager träumen“, „Susi Rock“ oder „Tiger“ locker einen ganzen Abend füllen könnten, hat sich der charmante Österreicher auch bei seinen musikalischen Vorbildern und Weggefährten der Wirtschaftswunderzeit bedient: Die beliebten Melodien von Bill Ramsey, Vico Torriani, Rocco Granata, Ivo Robić, dem Hazy-Osterwald-Sextett oder Drafi Deutscher interpretiert der Entertainer mit sichtlicher Freude.

Euphorische Zeitreise

Wo Kraus spielt kommt natürlich auch der Rock’n‘Roll nicht zu kurz. Schließlich war er es, der 1956 eine deutsche Version von Little Richards „Tutti Frutti“ als seine erste Singleveröffentlichung herausbrachte. Schnell avancierte er zum wohl erfolgreichsten deutschen Rock’n’Roll-Sänger und Teenageridol. Sicher, der Hüftschwung ist vielleicht nicht mehr ganz so locker wie früher, aber wenn der gertenschlanke 79-Jährige auf der Stadthallenbühne den Mikroständer schwingt und das Becken kreisen lässt, bringt er immer noch den Saal zum Toben. Elvis‘ „Heartbreak Hotel“ oder Chuck Berrys „Roll over Beethoven“ bringen Stimmung in die Halle.

Peter Kraus auf seiner „Schön war die Zeit“-Tour in Göttingen: Mit einer grandiosen Band präsentiert Deutschlands King of Rock’n’Roll seine Lieblingshits der Fünfziger- und Sechzigerjahre in der Stadthalle. Quelle: Christoph Mischke

Sicher auch ein großes Verdienst von André Tolba. Von zahlreichen Medien als „Europas Rockabilly-Gitarrist Nummer Eins“ bezeichnet, wirbelt er wie ein Derwisch über die Bühne und erhält Szenenapplaus für seine brillanten Soli auf der grünen Gretsch. „Es macht Spaß, so tolle Musiker hinter sich zu haben“, sagt Kraus und das ist für jedermann deutlich spürbar. Das gewisse Knistern liegt in der Luft, wenn die Musiker mit großer Spielfreude agieren.

Zwei Göttinger haben heute ein Heimspiel: Christiane Eiben, die mit Sandie Wollasch und und dem Gitarristen Markus Gahlen im stimmlich hervorragend aufgelegten Chor singt, und Berthold Matschat, der am Keyboard und vor allem mit seinen einfühlsamen Mundharmonika-Soli begeistert. Alles wirkt fröhlich und beschwingt. Die frischen Arrangements entführen auf eine euphorische Zeitreise in die Jahre von Petticoat und Nierentisch.

Bravo Starschnitt

Ich habe Peter Kraus früher schon geliebt“ berichtet Besucherin Monika Hecht. Woche für Woche habe sie damals auf den nächsten Schnipsel gewartet, bis sie den Bravo-Starschnitt des Sängers endlich vollständig hatte. „Mein Vater hat immer gesagt, der hält sich nicht lange“, sagt die 72-Jährige und freut sich schmunzelnd, dass der Altvordere so komplett daneben lag. Das Thema nimmt auch Kraus in der Show auf: Obwohl die deutschen Sender lange keine „Negermusik“ gespielt hätten, habe sich der Rock’n’Roll schließlich durchgesetzt.

Peter Kraus auf seiner „Schön war die Zeit“-Tour in Göttingen: Mit einer grandiosen Band präsentiert Deutschlands King of Rock’n’Roll seine Lieblingshits der Fünfziger- und Sechzigerjahre in der Stadthalle. Quelle: Christoph Mischke

Auch der Calypso und der Twist hätten ihn nicht killen können. Kraus und seine Band feuern zum Ende noch ein atemberaubendes Medley ab. Und wer hätte je geglaubt, dass „Satisfaction“, „Yellow Submarine“ und „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“ in dieser Kombination funktionieren? Der Saal tobt. „Wer sich hinsetzt ist kein Rock’n’Roller ruft Kraus, aber da stehen eh‘ schon alle und tanzen wo gerade Platz ist.

Von Christoph Mischke

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