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Phantast Kleist lässt Amazone lieben

Penthesilea am DT Phantast Kleist lässt Amazone lieben

Kleists Penthesilea ist eine wilde, wahnsinnige Liebesgeschichte. Dagegen ist Romeo und Julia eine Wochenendliebe.“ Wojtek Klemm sagt das. Der polnische Regisseur inszeniert Heinrich von Kleists Drama mit seinem Team am Deutschen Theater in Göttingen.

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Penthesilea-Team: Wojtek Klemm (v.l.), Lutz Keßler, Dominik Strycharski, Mascha Mazur, Efrat Stempler.

Quelle: Hinzmann

Penthesilea ist die Königin der Amazonen. Im Kampf um Troja erobern die Amazonen Männer, mit denen sie nur um sich fortzupflanzen eine Bindung eingehen. Nach dem Zeugungsakt lassen sie die Männer wieder frei. Gefühle sind nicht vorgesehen. Aber so einfach ist das nicht. Ausgerechnet die Königin der Amazonen, Penthesilea, verliebt sich auf dem Schlachtfeld in Achill. „Wenn das Herz schlägt, kannst Du nichts mehr machen“, resümiert Klemm.

Zum Kleistjahr – im November vor 200 Jahren ist Kleist gestorben – hat das Deutsche Theater dieses im Jahr 1808 entstandene Stück geplant. DT-Dramaturg Lutz Keßler hat Klemm den Vorschlag gemacht, das Stück in Göttingen zu inszenieren. Klemm ist Kleist-Fan. Ein großer Phantast sei Kleist gewesen. Der Text von Penthesilea sei sprachgewaltig und schwierig zugleich. Das biete eine große Herausforderung für die sechs Schauspieler, die an dem Stück beteiligt sind, die Geschichte zu übersetzen. Die Inszenierung mit dem Bühnenbild von Mascha Mazur und der teils gewaltigen Musik von Dominik Strycharski habe etwas cineastisches.

Klemm, der 1972 in Warschau geboren wurde und in Berlin studiert hat, arbeitet seit Jahren mit dem festen Team zusammen. Neben Strycharski und Mazur gehört auch seine Frau, die Choreografin Efrat Stempler, dazu. Klemm ist in dieser Spielzeit mit einem weiteren Klassiker am Deutschen Theater vertreten. Im Rahmen des Festivals „Neues aus Polen“ gastiert seine Inszenierung von Hebbels Judyta am 14. Mai im Großen Haus.

Penthesilea hat am Sonnabend, 2. April, um 19.45 Uhr Premiere im Großen Haus des Deutschen Theaters. Weitere Vorstellungen: 7., 14., 21. und 29. April, jeweils 19.45 Uhr.

Von Eida Koheil

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