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"Planet Deutschland" aus der Sicht Yanars

"Immer gut" "Planet Deutschland" aus der Sicht Yanars

In einem früheren Programm hat sich Kaya Yanar die Welt vorgenommen, diesmal ist es Deutschland, für ihn ein „Planet“. Bevor der  Comedian „Planet Deutschland“ in der Göttinger Stadthalle präsentiert, hat er im Telefongespräch über Lokalkolorit, Politik und seine Erinnerungen an Göttingen gesprochen.

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Kaya Yanar im Interview mit dem Göttinger Tageblatt.

Göttingen. Das Telefon auf dem Redaktionsschreibtisch klingelt, auf dem Display steht „Amt“. Yanar ist wie verabredet pünktlich am anderen Ende der Leitung. Seine Telefonnummer hat er unterdrückt. Immerhin verrät er, dass er gerade in Frankfurt ist, seiner Geburtsstadtstadt. „Gestern Würzburg, jetzt geht es gleich nach Worms, der Nibelungenstadt“, sagt der fast 44-Jährige. Vor rund sieben Jahren haben wir vor einem Auftritt schon einmal miteinander telefoniert. Und wieder zeigt sich Yanar gut informiert über Göttingen. 2001 sei er zum ersten Mal für einen Auftritt in der Stadt gewesen. „Gute Erinnerungen“ habe er an seine diversen Gastspiele. „Göttingen habe ich abgespeichert unter ,immer gut’“. 2010 sei er in die Fußgängerzone gegangen, erinnert er sich – wie immer bei gutem Wetter – und erzählt von einem rötlichen Fachwerkhaus mit Schnitzereien von Bibelszenen. Er informiere sich über die Tourneestädte im Internet über die must sees, berichtet Yanar, über die Dinge, die man gesehen haben muss.

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Kaya Yanar ist am Donnerstag, 18. Mai, um 20 Uhr zu Gast in der Göttinger Stadthalle, Albaniplatz 2. Karten kosten 34,50 Euro. Sie können in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen, Marktstraße 9 in Duderstadt und unter gt-tickets.de erworben werden.

Anlass für sein aktuelles Programm sei der Wunsch gewesen, die deutsche Kultur neu kennenzulernen, sagt der Komödiant. Seit fünf Jahren lebe er jetzt bei seiner Freundin in der Schweiz und habe deswegen „einen Blick von Außen“. 100 Minuten stehe er auf der Bühne, „alles handelt von Deutschland“. Und: „In der ersten Hälfte fordere ich das Publikum auf, mir die Mundart der Region beizubringen“, erklärt Yanar, „das baue ich dann in die Zugabe ein“.

„Ich mag die Improvisation“, sagt Yanar. Doch das war nicht immer so. „Als ich noch jünger war, wollt ich das Programm so gut wie möglich spielen – und nicht gestört werden.“ Inzwischen besitze er mehr Gelassenheit. Auf der Bühne befasst er sich also mit Lokalkolorit und den markanten Dialekten. Das wären? „Bayerisch, Hessisch, Schwäbisch und Sächsisch“, erklärt Yanar prompt. Das birgt zwar Konfliktpotenzial, ist aber erst mal nicht unbedingt politisch. Doch hat Yanar als deutscher mit türkischen Wurzeln auch eine Haltung zu dem türkischen Präsidenten Erdogan? „Ich wundere mich immer, dass meine deutschen Kollegen nicht dazu befragt werden“, sagt Yanar und imitiert Paul Panzer. Dann wird er wieder erster und sagt: „Ich habe nichts dagegen, mich politisch zu äußern.“ Und Yanar zeigt, dass er informiert ist. Erdogan dürfe Dekrete unterzeichnen, die sich auf dem Putsch beziehen, erklärt er. Warum also dürfe er verfügen, dass Frauenbeine epiliert sein müssten?, sagt Yanar, lacht und sagt: „Aber in meinem Programm geht es ja vor allem um Deutschland.“ Und warum sollen die Südniedersachsen in die Stadthalle kommen? „Ich bin schlecht in Eigenwerbung – aber stolz, die Menschen zu unterhalten.“

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