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Regional Experten sprechen über NSU und Rechtsterror
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10:48 30.08.2016
Angeklagte im NSU-Prozess: Beate Zschäpe. Quelle: dpa
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Die Experten  sprachen wesentliche Aspekte an. Die aktuelle Rechtsbewegung wurde allerdings nur angeschnitten. Isabell Hannemann, Sozialpsychologin aus Hannover, kritisierte, dass es zu wenig Ausbildung von Lehrern und Sozialarbeiten im Hinblick auf rechte Tendenzen gebe: „Welcher Lehrer zeigt schon einen Schüler an, wenn er einen Hitlergruß macht?“, so ihr Beispiel.

Auf die Frage aus dem Publikum, ob die Bürger mittlerweile besser auf Phänomene wie den NSU vorbereitet seien, konnten die vier Experten keine eindeutige Antwort geben. Es gebe zwar inzwischen „mehr Hellhörigkeit“, so Gabriele Metzner von der Initiative „Keupstraße ist überall“ aus Köln, es sei wichtig zu skandalisieren, öffentlichen Druck auszuüben – das fehle ihr beim NSU-Prozess. Hannemann kritisierte, dass „die breite Gesellschaft nicht wahrnehmen will“ und dass die Feindbilder Islamischer Staat (IS) oder Flüchtlinge präsenter seien als beispielsweise der rassistische Hintergrund des Anschlags in München im Juli.

Auch Robert Andreasch, der für NSU Watch den Prozess protokolliert, sagte: „Es wurde keine Lehre aus dem NSU-Fall gezogen.“ Er plädierte dafür, sich mit bekannten Details – und davon gebe es viele – auseinanderzusetzen statt sich über Vermutungen aufzuregen. Gleichzeitig kritisierten er und die anderen Experten den Umgang der Medien mit dem Prozess. „Der NSU-Prozess wird wie eine große Kriminalerzählerzählung dargestellt. Es wird nach dem großen Skandal gesucht, obwohl es schon so viele Skandale gibt“, sagte Max Pichl, Rechtswissenschaftler vom „Arbeitskreis kritischer JuristInnen Frankfurt a.M.“.

Den lokal interessanten Aspekt, dass auch in Göttingen ein Attentat geplant war, sprach Diskussionsleiter Marc Schwietring nur kurz an, thematisierte ihn aber nicht weiter. Die Diskussion der Experten verlief eher unstrukturiert. Viele Besucher verließen die Veranstaltung frühzeitig. hsc

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