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Preisträgerkonzert mit dem Acelga-Trio bei Göttinger Aulakonzert

Flöte, Horn und Klavier Preisträgerkonzert mit dem Acelga-Trio bei Göttinger Aulakonzert

Die Kombination von Flöte, Horn und Klavier zu einem Trio darf man getrost als exotisch bezeichnen, dabei ist sie von einem erheblichen klanglichen Reiz.“ Diese Bemerkung findet sich im Online-Katalog eines CD-Versands. Und tatsächlich gab es im Programm des derart besetzten Acelga-Trios in der Universitätsaula auch nur ein einziges Trio, dessen Flötenpart obendrein eigentlich der Violine zugedacht ist.

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Exotisch instrumentiert: das Alcega-Trio mit Flötistin Hanna Mangold, Pianistin Miao Huang und Hornistin Amanda Kleinbart.

Quelle: Heller

Göttingen. Den Genuss dieses Abends – das traditionelle Preisträgerkonzert in der Reihe der Göttinger Aulakonzerte – hat dies nicht gemindert. Flötistin Hanna Mangold – „Acelga“ ist das spanische Wort für Mangold, so erklärt sich der Name des Trios –, Hornistin Amanda Kleinbart und die Pianistin Miao Huang demonstrierten ihre exquisiten musikalischen Fähigkeiten in wechselnden Paarungen. Dabei hatten sie sowohl populäre Werke wie auch Repertoire-Raritäten im Programm.

Komponist des eröffnenden Trios war der französische Beethoven-Zeitgenosse Frédéric Duvernoy, doch war diese leichtgewichtige Komposition kaum mehr als ein Aufwärmstück für die jungen Musikerinnen, die beim Deutschen Musikwettbewerb 2011 erfolgreich waren. In zwei Sonaten konnten anschließend die Bläserinnen (beide Jahrgang 1986) zusammen mit der Pianistin (geboren 1984) ihr hohes Potenzial unter Beweis stellen.

Flötenton blüht wunderschön

Ausgesprochen spielfreudig, munter und wandlungsfähig im Ton spielte Kleinbart Beethovens Hornsonate op. 17 , bei der Huang am Klavier noch ein wenig kantig und hart im Zugriff wirkte. Das änderte sich deutlich in Prokofjews D-Dur-Flötensonate, deren Klavierpart Huang transparent und elastisch mit großer Virtuosität und mitreißendem Temperament gestaltete. Darüber ließ Mangold ihren Flötenton wunderschön blühen. Sie bot eine reiche dynamische Vielfalt, formte die melodischen Linien mit geradezu sängerischer Intelligenz und setzte strahlende Glanzlichter.

Geradezu atemberaubend aber war Huangs solistischer Vortrag von Maurice Ravels „Gaspard de la nuit“ , der die zweite Hälfte dieses Abends einleitete. In „Ondine“, dem ersten der drei Klavierstücke, bezauberte die Pianistin mit farbenreichen Klängen, die die Bewegungen des Wassers nachzeichnen: vom sanften Kräuseln über leises Rieseln bis zu gewaltigem Strömen, ja wilden Aufrauschen.

Resignierender Trauergesang

In „Le gibet“ (Der Galgen) läutet der stets gleichbleibende Klang des Sterbeglöckchens zu einem resignierenden Trauergesang, „Scarbo“ schließlich ist ein unglaublich wildes, koboldartiges Wesen, dessen bizarre Sprünge nur von allervirtuosesten Fingern angemessen in klingende Musik umgesetzt werden können. Das alles präsentierte Huang meisterhaft. Technisch wie musikalisch souverän stellte sich Amanda Kleinbart in Olivier Messiaens „Appel interstellaire“ vor, einem Hornsolo, das die vielfältigen Klangmöglichkeiten dieses Instruments auf kleinstem Raum in verschiedensten Ausdrucksaspekten vorführt.

Eine weitere Rarität bildete den Schluss des Abends, die Suite für Flöte und Klavier von Charles-Marie Widor , der hierzulande vor allem mit seinen spätromantischen Orgelwerken bekannt geworden ist. In dieser Suite zeigt er seine genaue Kenntnis der reichen instrumentalen Möglichkeiten einer Flöte, ebenso der pianistischen Virtuosität. So konnten Hanna Mangold und Miao Huang noch einmal mit ihrer ausgereiften musikalischen Gestaltungskraft glänzen und ernteten dafür in der nur knapp halb besetzten Aula prasselnden Applaus, dem lautes Trampeln beigemischt war.

Von Michael Schäfer

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