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Premiere: „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“

Studentisches Theater im OP Premiere: „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“

Der Schweizer Autor Lukas Bärfuß ist im Dezember 1971 geboren, 2003 wurde er also 32 Jahre alt. In diesem Jahr hat er ein Stück geschrieben: „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“. Die Theaterwelt nahm es mit Begeisterung auf und verlieh ihm Preise. Jetzt hat es das Werk auf den Spielplan des studentischen Theaters im OP (ThOP) geschafft.

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Zu ehrlich für diese Welt: Dora (Wiebke Schäfer).

Quelle: Howell

Göttingen. Peter Schubert, altgedienter ThOP-Kempe, inszenierte es, das Premierenpublikum würdigte die Produktion mit höflichem Beifall.

Es geht um Dora, einen leicht behinderten Teenager, der über Jahre hinweg mit Tabletten ruhig gestellt wurde. Doch Mama setzt das Medikament jetzt unter ärztlicher Aufsicht ab, weil sie ihre Tochter unsediert erleben möchte. „Weiß nicht“ als Antwort reicht Mutter nicht mehr.

Fortan bekommt sie die komplette Tochterdröhnung. Denn Dora läuft ziemlich naiv durchs Leben, glaubt alles und findet vor allem am Ficken gefallen – das sagt sie immer wieder –, auch wenn es manchmal Haue gibt. Immer noch besser als nichts zu spüren, meint Dora.Das Mädchen ist dabei entwaffnend ehrlich. Und weil sie so ist, wird deutlich, wie wenig ehrlich der Rest der Menschheit miteinander umgeht. Das ist denn auch die Moral des Stücks.

Bärfuß hat mit Dora eine Paraderolle für eine junge Schauspielerin geschrieben. Wiebke Schäfer nutzt diese Steilvorlage und bezaubert das Publikum mit großen Kulleraugen und Größe im Leid. Doch für einen Theaterabend ist das nicht genug. Regisseur Schubert hätte auch den Rest des Ensembles ernsthaft einbeziehen müssen. Dann hätten die Akteure sicherlich auch mehr zuwege gebracht als viel Text zu memorieren, stocksteif zu stehen oder zu sitzen und ansonsten mitzulaufen.

► Weitere Vorstellungen: Am Sonnabend, am  23., 24., 26., 27., 30. April, sowie am 3. und 4. Mai um 20.15 Uhr im Theater im OP, Käte-Hamburger-Weg 3 in Göttingen. Kartentelefon: 05 51 / 39 70 77.

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Sven weiß gar nicht, wie ihm geschieht. Eigentlich wollte er nur die Komödie „Es muss ja nicht immer Shakespeare sein“, die in dieser Woche Premiere im Theater im OP (ThOP) hatte, anschauen. Doch nun sitzt er auf der Bühne, hat einen Text in der Hand und soll einen Inder spielen, der im Kino eine ehemalige Freundin wiedertrifft.

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