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Regional Premiere: „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“
Nachrichten Kultur Regional Premiere: „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“
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21:51 19.04.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Zu ehrlich für diese Welt: Dora (Wiebke Schäfer). Quelle: Howell
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Göttingen

Peter Schubert, altgedienter ThOP-Kempe, inszenierte es, das Premierenpublikum würdigte die Produktion mit höflichem Beifall.

Es geht um Dora, einen leicht behinderten Teenager, der über Jahre hinweg mit Tabletten ruhig gestellt wurde. Doch Mama setzt das Medikament jetzt unter ärztlicher Aufsicht ab, weil sie ihre Tochter unsediert erleben möchte. „Weiß nicht“ als Antwort reicht Mutter nicht mehr.

Fortan bekommt sie die komplette Tochterdröhnung. Denn Dora läuft ziemlich naiv durchs Leben, glaubt alles und findet vor allem am Ficken gefallen – das sagt sie immer wieder –, auch wenn es manchmal Haue gibt. Immer noch besser als nichts zu spüren, meint Dora.Das Mädchen ist dabei entwaffnend ehrlich. Und weil sie so ist, wird deutlich, wie wenig ehrlich der Rest der Menschheit miteinander umgeht. Das ist denn auch die Moral des Stücks.

Bärfuß hat mit Dora eine Paraderolle für eine junge Schauspielerin geschrieben. Wiebke Schäfer nutzt diese Steilvorlage und bezaubert das Publikum mit großen Kulleraugen und Größe im Leid. Doch für einen Theaterabend ist das nicht genug. Regisseur Schubert hätte auch den Rest des Ensembles ernsthaft einbeziehen müssen. Dann hätten die Akteure sicherlich auch mehr zuwege gebracht als viel Text zu memorieren, stocksteif zu stehen oder zu sitzen und ansonsten mitzulaufen.

► Weitere Vorstellungen: Am Sonnabend, am  23., 24., 26., 27., 30. April, sowie am 3. und 4. Mai um 20.15 Uhr im Theater im OP, Käte-Hamburger-Weg 3 in Göttingen. Kartentelefon: 05 51 / 39 70 77.

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