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Premiere: „Mutter Courage und ihre Kinder“ im DT Göttingen

Rothenhäusler-Inszenierung Premiere: „Mutter Courage und ihre Kinder“ im DT Göttingen

Der Inhalt von Bert Brechts Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ hat auch in heutiger Zeit nicht an Brisanz verloren. Davon können sich die Zuschauer bei der Premiere der Inszenierung von Felix Rothenhäusler am Sonnabend, 9. März,  um 19.45 Uhr im Deutschen Theater (DT), Theaterplatz 11, überzeugen.

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Quelle: EF

Göttingen. Geschäfte mit dem Krieg sind nämlich verpönt. So führte jüngst „Idex“ zu Schlagzeilen. „Idex“ steht für „International Defence Exhibition“ und ist eine Waffenmesse in Abu Dhabi. Die Veranstaltung fachte die Debatte um Waffenexporte aus Deutschland an. Gegner mahnten die Geschäfte mit tödlichen Waffen an.

Furcht vor Frieden

Abscheu vor dem Krieg und einer übertriebenen kapitalistischen Gesellschaft will auch Brecht mit dem Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ vermitteln. Die Marketenderin Anna Fierling, genannt Mutter Courage , ist Geschäftsfrau und Mutter dreier Kinder. Ihr Geschäft macht sie mit dem Krieg und fürchtet vor allem eines: den Frieden. Doch der Krieg fordert schließlich das Leben ihrer Kinder.

F. Rothenhäusler

Die Courage weiß nicht, dass auch ihr drittes Kind gestorben ist, und führt ihre Geschäfte fort. Sie agiert nicht sehend, so Brecht, „dass der Krieg, der eine Fortführung der Geschäfte mit anderen Mitteln ist, die menschlichen Tugenden tödlich macht, auch für ihre Besitzer“. Eine ökonomische Stütze ist der Krieg allerdings zunächst für jene Menschen, die in den Verwirrungen des Krieges den Weg der Marketenderin kreuzenr. Doch schließlich geht es ums nackte Überleben. Not verbindet. Und schafft Konkurrenz.

Im Exil

Ende der 1930er-Jahre verfasste Brecht das Stück im schwedischen Exil. Der wohl deutlichste Zeitbezug des Dramas zeigt sich in einer Anspielung auf Hitlers Überfall auf Polen . Mutter Courage: „Die Polen hier in Polen hätten sich nicht einmischen sollen. Es ist richtig, unser König ist bei ihnen eingerückt mit ,Ross und Mann und Wagen’, aber anstatt daß die Polen den Frieden aufrechterhalten haben, haben sie sich eingemischt in ihre eigenen Angelegenheiten und den König angegriffen, wie er gerad in aller Ruhe dahergezogen ist.“

Weitere Vorstellungen im Deutschen Theater Göttingen sind am 12., 19. und 28. März um 19.45 Uhr. Karten unter Telefon 05 51 / 49 69 11.

Von Friedrich Schmidt

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Deutsches Theater

Bleibt alles anders.“ Mark Zurmühle, Intendant des Deutschen Theaters Göttingen (DT), legt viel Gewicht in diese Worte, die das Motto der Spielzeit 2012/13 im Deutschen Theater sind. „Man weiß nicht, wo man steht, die Wissenschaft prasselt auf einen ein und schafft eine diffuse Wirklichkeit, in die sich der Mensch schwer einfinden kann.“ 

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