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Regional Eskalierender Streit
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15:15 18.04.2017
Von Peter Krüger-Lenz
Ein Team: Regisseur Dominik Günther mit Bühnen- und Kostümbildnerin Sandra Fox.  Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Emily ist eine junge Künstlerin. Sie hat die islamische Kultur ihres Ehemannes als Inspirationsquelle für ihre Malerei entdeckt und hofft, bald im Whitney Museum ausstellen zu können. Gatte Amir, ein pakistanischer US-Amerikaner, hat der Religion abgeschworen und will erster nichtjüdischer Partner in einer renommierten Anwaltskanzlei werden.

Sie wohnen in der Upper East Side in New York und gehören der oberen Mittelschicht an. Es geht ihnen gut. Dann laden sie Isaac und seine Frau Jory zum Essen ein, – er jüdischamerikanischer Kurator am Whitney, sie afroamerikanische Juristin und Kollegin von Amir. Man plaudert – bis der Streit über Religion, Terrorismus und alltägliche Rassismen eskaliert.

Regisseur Günther und Bühnen- und Kostümbildnerin Sandra Fox grübelten darüber, wie die Ausgangssituation, der Konflikt zwischen Muslimen und Juden, zu überhöhen sei – und verlegten das Geschehen in ein Hamam, also ein in der islamisch-muslimischen Kultur geprägtes Badehaus in der 20. Etage des Hilton-Hotels. Einen Masseur haben sie dafür eigens in das Stück geschrieben, „einen Spiegel, der nicht Upper Class ist“, erklärt Günther.

Viel Kupfer spiele in dem Bühnenbild eine Rolle, sagt Fox, die es entworfen hat. Kupfer habe als Farbton eine große Bedeutung für Religionen, erklärt sie und es „bringt alles zum Leuchten, was sich in der Nähe befindet. Es hat etwas Erhabenes und stellt Reichtum dar.

Vier Tage begleiten die Theaterbesucher die Menschen auf der Bühne, verteilt über einen längeren Zeitraum. Handelt es sich bei dem Stück um eine Komödie? Fox: „Ich würde es nicht Komödie nennen.“ Günther ist erst ein wenig unschlüssig. Dann sagt er: „Gesellschaftskomödie im Stile von Yasmina Reza.“

„Geächtet“ hat am Sonnabend, 22. April, um 19.45 Uhr Premiere im Großen Haus des Deutschen Theaters, Theaterplatz 1. Kartentelefon: 0551/496911.

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