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Regional Kleiner Prinz unterwegs
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00:18 19.10.2017
Der Kleine Prinz (Eva Sophie Blum, rechts) und ein Fabelwesen (Franziska Lather). Quelle: r
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Göttingen

„Guck mal, da sind zwei Muscheln“, ruft ein kleines Mädchen kurz vor der Vorstellung. Auf der Bühne steht eine drei, vier Meter hohe schwarze Pyramide, die gleich ins Auge fällt und die Fantasie anregt. Die Muscheln entpuppen sich schließlich als Löcher, durch die Requisiten ins Spiel kommen. Überhaupt, die Pyramide ist ein vielfältiges Ding. Sie ist gleichzeitig Schreib- und Maltafel, Spielort, Turm und noch dazu prall gefüllt mit Bühnenutensilien.

Die Geschichte vom kleinen Prinzen ist inhaltlich überschaubar. Aber es kommen viele Figuren an verschiedenen Orten vor. Und Christine Hofer hat sich einiges einfallen lassen, um die Schauspieler Eva Sophie Blum, Franziska Lather und Ole Pampuch in die zahlreichen Rollen schlüpfen zu lassen. Dirk Sesemann unterstützt das Figuren-Universum mit seiner wunderbar fantasievollen Ausstattung. Ausdrucksstarke Masken bringen Jana Fahrbach und der Verein Theatersommer Netzeband ins Spiel.

Der kleine Prinz lebt auf einem fernen Stern. Dort pflegt er eine Rose und drei Vulkane. Eines Tages geht er auf Abenteuerreise durch das Universum, um Neues zu entdecken. Er landet auf verschiedenen Planeten, wo er Erwachsenen begegnet, die er meist nicht versteht. Dann landet er auf der Erde.

Szene aus „Der kleine Prinz“ im Jungen Theater. Quelle: e

Hier trifft der kleine Prinz auf einen Bruchpiloten, auf einen klugen Fuchs, der sich nach einem Freund sehnt und auf eine hilfsbereite Giftschlange, die ihm den Weg zurück nach Hause ermöglicht. Die Geschichte ist ein Märchen über die Suche nach Freundschaft, Menschlichkeit und Wahrheit.

Die einstündige Vorstellung sprüht vor Tempo, Witz und Ideenreichtum. Da wird gerannt, geprahlt, gekrochen und gesäuselt, mit einem Lametta-behangenen Kleiderständer geflogen, gelacht, getanzt und gesungen.

Blum als der kleine Prinz ist sehr glaubwürdig in der Figur zwischen Kind und Erwachsenem, ein liebenswertes und neugieriges Geschöpf, das sich seiner Angst stellt. Dynamisch, lebendig, souverän und kraftvoll verkörpert Pampuch den Piloten und weitere Figuren. Lather ist die Wandlungsfähigkeit in Person. Mal Erzählerin, verführerische Schlange oder eitle Rose, die in ihren roten Rüschen an Mary Poppins erinnert. Und bei jeder Gelegenheit singt sie mit ihrer bemerkenswerten Stimme.

Freundschaft, Angst und die Begegnung mit dem Neuem und Fremden sind die Themen. So allgemeingültig die Geschichte ist, derzeit wirkt sie besonders aktuell.

Weitere Vorstellungen von „Der kleine Prinz“ im Jungen Theater, Hospitalstraße 6, in Göttingen am 22. und 23. Oktober, 12. November, 17. und 26. Dezember um 15 Uhr, zudem am 17. November, 4. und 18. Dezember um 11 Uhr. Eintrittskarten sind an der Theaterkasse, Telefon 0551/ 495015, und in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt, sowie unter gt.tickets.de erhältlich.

Von Karola Hoffmann

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