Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeschauer

Navigation:
„Shirley Valentine“ im Theater im OP

Premiere „Shirley Valentine“ im Theater im OP

Mit „Shirley Valentine oder die Heilige Johanna der Einbauküche“ hat ein Ein-Personen-Stück am Sonnabend Premiere im Theater im OP (ThOP) gefeiert. Birthe Schulz-Kullig zog das Publikum in der Komödie von Willy Russell in ihren Bann. Die Besucher gaben Standing Ovations.

Voriger Artikel
„Schwarze Stimme Norwegens“ kommt nach Sülbeck
Nächster Artikel
Quintessence – Geometrie in Skulptur und Grafik

„Shirley Valentine oder die Heilige Johanna der Einbauküche“: Shirley Bradshaw (Schulz-Kullig) führt ein tristes Leben.

Quelle: r

Göttingen. Shirley Bradshaw (Schulz-Kullig) führt ein tristes Leben. Die Mutter zweier erwachsener Kinder aus Liverpool widmet sich tagtäglich der Hausarbeit und redet – in Ermangelung sozialer Kontakte – mit der Wand. 42 Jahre ist sie nun. Was hat sie noch zu erwarten vom Leben, das sie sich ursprünglich ganz anders vorgestellt hat?

Oft fragt sie sich, welche Situation wohl zu ihrem jetzigen Zustand geführt hat. Sie kann sich nicht mehr erinnern. So redet sie weiter mit der Wand, trinkt gerne Wein („Ein Gläschen beim Kochen ist doch was Schönes“) und versucht, es ihrem Mann Recht zu machen. Wehe aber, das Essen steht nicht pünktlich auf dem Tisch – dann hat Shirley gleich mit Konsequenzen zu rechnen. Auch ihre erwachsene Tochter stellt Forderungen, überbeansprucht Shirley, ohne sich auch nur einmal für ihre Bedürfnisse zu interessieren. Ausgenutzt fühlt sich Shirley, und manchmal sehr einsam.

Von Shirley Bradshaw zu Shirley Valentine

Vorsichtiger Optimismus macht sich in Shirley breit, als ihre Freundin Jane sie zum Urlaubmachen nach Griechenland einlädt. Doch der Weg, sich für den Urlaub zu entscheiden, ist lang – viel zu groß sind die Zweifel, die Shirley umtreiben. Eine Frau in ihrem Alter, was will die denn im Ausland, und dann auch noch ohne Mann?

Doch die Zweifel werden kleiner, als es wieder einmal zu einer Auseinandersetzung mit ihrem Mann kommt. So packt Shirley ihre Sachen, und macht sich mit Jane auf den Weg nach Griechenland. Dort blüht sie auf, und entwickelt sich von Shirley Bradshaw, wie sie seit ihrer Hochzeit heißt, zurück zu Shirley Valentine, einer lebensfrohen Frau, die abenteuerlustig und neugierig ist. Das positive Gefühl ist so stark, dass sich Shirley entschließt, nicht zurück nach England zu fliegen, sondern sich in der Sonne ein neues Leben aufzubauen.

Humorvoll und schreiend komisch

Ernst ist der Plot, den Willy Russell in „Shirley Valentine oder die Heilige Johanna der Einbauküche“ thematisiert. Das Stück hat diverse Preise gewonnen und wurde 1989 mit Schauspielerin Pauline Collins verfilmt. Auch in der Version des ThOP, Regie führte Sven Körner, sind viele Momente ernst. Dennoch wird die Verzweiflung einer Frau aus der Arbeiterklasse, die sich ein anderes Leben vorstellt, humorvoll umrahmt. Viele Szenen sind schreiend komisch, und doch im nächsten Moment wieder nachdenklich stimmend. Schulz-Kullig schafft den Spagat zwischen ernsten und lustigen Anteilen mühelos, und das Publikum bedankt sich mit Standing Ovations und begeistertem Applaus.

Weitere Aufführungen, jeweils um 20.15 Uhr, am 15., 17., 19., 20., 22., 24., 26. und 27. Januar. Karten sind telefonisch unter 0551 / 39 70 77 oder auf www.thop.uni-goettingen.de erhältlich.

Von Maren Iben

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag