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Regional Punkband „Dritte Wahl“ gastiert in der Göttinger Musa
Nachrichten Kultur Regional Punkband „Dritte Wahl“ gastiert in der Göttinger Musa
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00:18 02.05.2013
Sorgt bis kurz vor Schluss auf der Bühne für Ordnung: Bassist Stefan Ladwig. Quelle: Heller
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Göttingen

Die Band lässt sich nicht beirren und macht weiter „Ihr spielt viel zu schnell“, sagt der Gastsänger breit grinsend zu Gunnar Schröder, dem Gitarristen und Sänger. Der nimmt es mit Humor und bringt zusammen mit seinen drei Mitmusikern die knapp 250 Leute im Saal weiter zum Tanzen. Die Rostocker Punk-Band „Dritte Wahl“ spielte in der Musa und zeigte, was deutsche Punk-Musik anrichten kann.

Mit Dampf legen die Musiker los. Schon nach dem zweiten Lied wird ein zartes Pogo-Pflänzchen gesetzt, das sich während des Konzerts auf einen Großteil des Saales ausbreiten wird: tanzen mit rempeln.

Untypisch ist die Besetzung der Band. Neben Gitarre, Bass und Schlagzeug findet sich ein Keyboard. „Wir haben einen Gast dabei“, erklärt Schröder. „Viele denken immer es wäre Rainer Langhans.“ Pianist Dietmar erfrischt mit seinem Keyboardspiel aber auch den klassisch verzerrten Punksound der Band und bildet ein harmonisches Gegengewicht zu dem kratzigen Gesang.

Gelegentlich erinnert „Dritte Wahl“ mit Liedern wie „Tobias“ oder „Fliegen“ an die „Toten Hosen“. Meistens sind sie aber schneller, um Längen punkiger und in ihren Aussagen politisch in einem linkeren Spektrum zu verordnen. Die Musik ist allerdings gut gemacht. Deutschpunk, der seine Wurzeln nicht vergessen hat.

„Dritte Wahl“ überzeugt

Eine Ballade spielt „Dritte Wahl“ an diesem Abend und entschuldigt sich vorher: „Alle Balladenallergiker werden es in den nächsten fünf Minuten schwer haben“, meint Schröder. Die Fans nehmen die Temporeduzierung ihrer Band nicht krumm und feiern weiter. Schnelle Songs kommen dennoch besser an.

Die Pogo-Pflanze wächst und gedeiht. Immer wieder tauchen vereinzelt Zuschauer neben den Musikern auf der Bühne auf, um dann in die Menge zu springen und sich tragen zu lassen. Leute, die länger auf der Bühne verweilen wollen, bittet Bassist Stefan Ladwig durch gelegentliches Anrempeln von der Bühne.

Auch den Mann mit Hut. Zum Ende des Konzerts hat Ladwig keine Chance mehr. Mehrere, feiernde Fans, schafft auch der muskulöse Mann nicht zu bewegen. Aber eigentlich ist es ihm auch egal. Ein bisschen Anarchie schadet einer Punkband ja nun wirklich nicht. Zum Ende spielen die Musiker das Lied „Gute alte Zeit“.

Mehrere Personen aus dem Publikum gehen an eines der Mikrofone und singen weiter, als ein Großteil der Band die Bühne bereits verlassen hat. „Dritte Wahl“ überzeugt an diesem Abend und gibt eine lange Zugabe.

Von Friedrich Schmidt

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