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Regional Klassiker von Deep Purple im Exil
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00:23 28.02.2018
Sänger Robby Thomas Walsh hat mit seiner Band Purpendicular Klassiker von Deep Purple im Exil gespielt. Quelle: Rüdiger Franke
Göttingen

Mit „Highway Star“ eröffnete Purpendicular den Abend. „Das ist ein toller Club“, zeigte sich Walsh begeistert. Seine Band bewege sich zwischen den verschiedenen Welten des Rockbusiness. „Wir spielen in kleinen Clubs genauso gern wie vor großem Publikum“, erzählte der Sänger. Derzeit befinde sich die Band gerade mitten in einer gemeinsamen Tour mit Ian Paice. Mit dem Purple-Schlagzeuger würden sie ausverkaufte Konzerte vor 1000 bis 1500 Leuten sowie auf größeren Festivals geben.

Die Band Purpendicular hat im Exil die bekanntesten Lieder von Deep Purple gespielt.

Im Exil sei es im Vergleich zu den Konzerten mit Ian Paice, wie im Wohnzimmer zu spielen, so der Sänger. Aber dafür sei der Kontakt zum Publikum viel intensiver. „Ein tolles Hemd. Hast Du das selber gekauft“, fragt Walsh einen Besucher, der vor der Bühne tanzt. „Ihr seid jetzt mal still“, fordert er ein anderes Mal das Publikum auf, als dieses beim Mitsingpart nicht die richtigen Töne findet. Dabei sei aber wichtig, dass man nicht arrogant rüberkomme, betont er. „Wir nehmen unseren Job zwar ernst, aber wir nehmen uns dabei nicht so wichtig.“

Häufige Touren

Bei den Konzerten mit Ian Paice sei die Band gezwungen, an jedem Abend ein Top-Level abzuliefern. „Da kann man sich keine Schwächen erlauben“, sagt Walsh. Die gemeinsamen Touren seien häufiger geworden, erzählte er. „Ian muss regelmäßig spielen, um seinen Körper für die Auftritte mit Deep Purple fit zu halten.“ Mittlerweile sei er ein guter Freund geworden, trotz aller Erfolge immer bescheiden. Und die gemeinsame Arbeit befruchte nicht nur Purpendicular. So habe Paice den Song „Roadhouse Blues“ mit zu Deep Purple genommen. Das anfangs nur live gespielte Stück fand den Weg auf das aktuelle Purple-Album „Infinite“.

Purpendicular im Göttinger Exil Quelle: Rüdiger Franke

Bier und Bockwurst

„Ian liebt deutsches Bier und auch Bockwurst“, verrät Walsh und gibt zu, ebenfalls gern deutsches Bier zu trinken. Er stamme aus Irland, möge aber keine irischen Sorten. Aber die deutschen sowie die polnischen und tschechischen Biere seien sehr gut. Das sei ein Vorteil, wenn man weltweit tourt. Man lerne sehr viel kennen – nicht nur Bier. „Es ist schon ein Traumjob, aber auch harte Arbeit“, sagt er. Wenn man es im Musikbusiness schaffen wolle, müsse man arbeiten wie ein Hund. „Es ist vor allem viel Organisation.“ Als er 2012 begonnen habe, die Musik in Vollzeit zu betreiben, hätten ihn seine Bekannten drei Monate nicht gesehen. „Ich habe nur telefoniert.“ Die Arbeit hat sich ausgezahlt. Mit ihrem zweiten eigenen Album „Venus to Volcanos“ sind Purpendicular in die Top 20 der deutschen Metal-Rock-Charts eingestiegen.

Nur 24 Stunden

Purpendicular im Göttinger Exil: Der dänische Keyboarder Lars Boutrup sprang kurzfristig ein. Quelle: Rüdiger Franke

Das Publikum im Exil stieg gleich bei „Highway Star“ in den Deep-Purple-Express ein. Insgesamt 14 Stücke standen auf dem Programm. Dabei wechselte Purpendicular geschickt das Tempo. Langsamer zum Beispiel bei „When a blind man cries“, schnell bei „Speed King“. Für das Konzert erhielt die Band „Hilfe in einer Notsituation“, wie Walsh erzählte. Der dänische Keyboarder Lars Boutrup sprang kurzfristig ein und hatte nur 24 Stunden zur Vorbereitung. Trotzdem harmonierten die purple-typischen „Duelle“ mit Gitarrist Valerio Dossini. „Perfect Strangers“ und „Smoke on the Water“ läuteten das Ende des Abends ein, bevor die Band mit „Child in Time“ noch einen Abschlusspunkt setzte und Walsh zeigte, dass er auch die stimmlichen Höhen eines Ian Gillan erreichen kann.

15 Jahre im Exil

Das Exil feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen. „Wir hatten eine schöne Geburtstagsfeier“, berichtet Inhaberin Bea Roth. Zwölf Bands von Singer/Songwriter bis Metal und viele Gäste sorgten für eine tolle Stimmung im Club. „Die Bands haben eine kleine Werkschau gezeigt“, ergänzt Karl Schrader, der für das Booking zuständig ist. Das sei schon ein besonderer Abend gewesen.

Von Rüdiger Franke

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