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Regional Raoul Schrott liest aus „Erste Erde Epos“.
Nachrichten Kultur Regional Raoul Schrott liest aus „Erste Erde Epos“.
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12:11 23.10.2016
Raoul Schrott: eine dichterische Welterklärung auf 800 Seiten. Quelle: Philipp von Ditfurth /HAZ
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Göttingen

Auf 800 Seiten erklärt er, was die Welt im Innersten zusammenhält, gibt er dem Bücherwissen eine menschliche Bedeutung. Einst beantworteten Mythen die Fragen nach der Entstehung von Universum und Erde, von Leben und Mensch. Die religiösen Deutungen und die auf ihnen aufbauenden ethischen Regelwerke sind mit dem wissenschaftlichen Fortschritt brüchig geworden. Schrott hat sich in einer beeindruckenden Vielseitigkeit das in seinen Details oft nur noch Fachleuten zugängliche Wissen erarbeitet. Er las die Werke von Astro- und Geophysikern, von Mikrobiologen und Paläontologen, führte zahlreiche Interviews. Seine Erkenntnisse hat er im 150 Seiten starken Anhang des Buches, an dem er sieben Jahre gearbeitet hat, zusammengefasst.
Im Epos selbst macht Schrott seinen Lesern das Wissen in poetischer Form zugänglich. Der Verzicht auf Großbuchstaben und Kommata verleiht dem Werk einen archaischen Charakter. Der Text entfaltet eine beeindruckende Dynamik, einen mitreißenden Sog. Der Schriftsteller beschreibt, unter welchen Umständen Wissenschaftler ihre Entdeckungen machten, zeigt die Menschen hinter den Theorien. Das verbindet er mit Erlebnissen eigener Weltreisen. Auf der Suche nach dem ältesten erhalten Gestein der Erde in der kanadischen Arktis kenterte sein Kanu. Eine Woche harrte er mit Begleitern ohne Essensvorräte in der Wildnis aus, bis eine Flugzeugbesatzung sie entdeckte. Auch Mythen und philosophische Diskurse verarbeitet der Schriftsteller in seinem vielstimmigen Buch.

Raoul Schrott: „Erste Erde. Epos“. Carl Hanser-Verlag, 848 Seiten, 68 Euro.

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