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René Marik begeistert

Puppentheater René Marik begeistert

Eingefleischte Fans wissen: Bei „Hage? Jemand ze hage?“ („Zu Hause? Jemand zu Hause?“) handelt es sich nicht um Wortfetzen eines lallenden Niederländers, hier lispelt René Mariks Kultfigur, der verliebte, blinde Maulwurf.

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Auch beim Puppentheater dabei: Darth-Vader.

Quelle: Theodoro da Silva

Im vergangenen Jahr diverse Male von glühenden Fans in „Youtube“-Videos angeklickt, hat er sich so bereits einen gewissen Kultstatus gesichert. Das erklärt wohl auch die Nachahmungsfähigkeit seiner Fans, die zahlreich die Göttinger Stadthalle stürmten: Blind vor Liebe, wie ihr „Star“ selbst, bejubelten sie Puppenspieler Marik und sein aktuelles Programm „Autschn! Ein Abend über die Liebe“.

Jene zu Anfang zitierten Sätze jedenfalls reichten vollkommen aus, um die gemischte Menge aus Jung und Alt 100 Minuten lang in Ekstase zu versetzen. Dabei bot Mariks „Liebes-Show“, welche der gebürtige Hildesheimer nur noch bis Ende 2009 präsentieren wird, keineswegs Anlässe für weiche Knie.

Etwas blass um die Nase und steif in den Beinen zeigte sich Marik, Puppenspieler mit Ernst-Busch-Diplom, seinem Göttinger Publikum. Zwischen den eingeschobenen Figuren-Nummern kam er, ganz in Schwarz und mit tonnenweise Gel im Haar, hinter seinem Puppenspieler-Verschlag hervor. Mehr schlecht als recht sang er Liebeslieder und zerstückelte Gedichte, doch die Verbindung zum eigentlichen Thema wurde zweifelsohne verfehlt.

Prix Pantheon: Dada-Revue

Mit seiner Mischung aus Puppentheater und Dada-Revue („Sinn im Unsinn“) gewann Marik 2008 den Prix Pantheon in der Newcomer-Kategorie. Sein Repertoire, eine „tierische“ Runde, umfasste folgende Charaktere: Falkenhorst, der Frosch ist überzeugter Schauspieler, der – wäre sein großer Monolog in „Der weiße Hai“ nicht dem Schnitt zum Opfer gefallen – längst in Hollywood säße. Star „Maulwurf“ scheiterte im Werben um die immer wiederkehrende Barbie, der Marik mal die Rolle des Rapunzels („Rapante“), mal des Schneewittchens („Schneewante“) auferlegte. Sein markanter Sprachfehler brachte immer wieder neue Wortschöpfungen hervor, die vom Auditorium mit herzlichen Lachern quittiert wurden.

Mit dem (Figuren)-Theater verhält es sich wie folgt: Entweder der Funke springt über – oder aber die Flamme lodert vor sich hin, bis sie irgendwann erlischt. Den Reaktionen des bespaßten Publikums nach zu urteilen, musste sich Marik diesem Eignungstest am Dienstag erst gar nicht unterziehen.

Katharina Bednarz

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