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Fauré und Verdi: Jacobikantorei und Göttinger Symphonie-Orchester

Donnerworte Fauré und Verdi: Jacobikantorei und Göttinger Symphonie-Orchester

Das klingt gewaltig: Wenn die Kantorei St. Jacobi, 80 Stimmen stark, Giuseppe Verdis „Te deum“ in strahlendem Fortissimo beschließt, dann scheint die Jacobikirche in ihren Grundfesten zu erzittern. Es sind letzte Dinge, denen sich der Chor und das Göttinger Symphonie-Orchester (GSO) unter der Gesamtleitung von Stefan Kordes am Sonntagabend widmeten.

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Bestechen mit wohligen Klängen: die Jacobikantorei und das Göttinger Symphonie-Orchester.

Quelle: Heller

Göttingen. Etwa den „Quattro pezzi sacri“, Verdis letzten Worten in Sachen Kirchenmusik, gesprochen im Angesicht des Todes: O Ewigkeit, du Donnerwort.

Begonnen hat das Konzert in der Jacobikirche durchaus weltlich. Das GSO musizierte die Ouvertüre zu Verdis Oper „Die Macht des Schicksals“ ausdrucksstark und pointiert: Ein schöner Auftakt zu den vier geistlichen Stücken („Quattro pezzi sacre“), mit denen der greise Opern-Großmeister Verdi sich noch einmal der Sakralmusik zuwandte.

Die groß besetzten Teile („Stabat mater“/ „Te deum“) boten Chor und Orchester klangprächtig und mit dem nötigen Donnerhall. Das „Ave Maria“ und „Laudi alla vergine“ brachten hingegen einzelne Chorsänger im Quartett und Quintett zu Gehör: Ein Beweis für die hohe Klangkultur der Kantorei.

Ganze Ausdruckswelten

Verdis „Pezzi sacri“ stellte Stefan Kordes das Requiem von Gabriel Fauré gegenüber. Knapp zehn Jahre liegen zwischen diesen Werken – und ganze Ausdruckswelten. Denn wo es Verdi richtig krachen lässt, da herrscht bei Fauré noble Zurückhaltung.

Anstatt Himmel und Hölle heraufzubeschwören, stellt der Franzose das Paradies in sanften Farben vor das innere Auge des Zuhörers. Kordes ließ wohlige Chor- und Orchesterklänge in herrlichen Melodiebögen dahinströmen, die nur selten durch dramatische Akzente, etwa der Posaunen, unterbrochen wurden.

Geschmackvoll und mit vokaler Präsenz

Die schöne Sopranarie „Pie Jesu“ wurde in der Interpretation durch Hanna Marie Jansen ganz zur vokalen Linie. Und auch Bariton Christian Neofotistos gestaltete seinen Part geschmackvoll und mit vokaler Präsenz.

„In paradisum“ – im Paradies mochten sich die Zuhörer mit dem letzten Satz des Requiems in der voll besetzten Kirche wähnen. Mit den beiden jeweils „Pavane“ überschriebenen Orchesterstücken von Fauré und Maurice Ravel hatte sich Kordes zuvor einmal mehr als vorzüglicher Orchesterleiter empfohlen: Ein rundum gelungenes Konzert, das mit stürmischem Applaus bedacht wurde.

Von Matthias Körber

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