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Regional „Ruhe sanft“: Sabine Harton im Künstlerhaus Göttingen
Nachrichten Kultur Regional „Ruhe sanft“: Sabine Harton im Künstlerhaus Göttingen
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00:17 19.01.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Strukturen und Figuren: Sabine Hartons Bilder sind vielfältig. Quelle: Heller
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Göttingen

Es sind Bilder „zwischen Traum und Wirklichkeit“, sagte Künstlerkollege Erhart Schröter zur Eröffnung der Ausstellung. Menschen, die wie von einem Sog in den Hintergrund gesaugt werden, Kinder, die offenbar entspannt schlafen, während sich in ihrer Umgebung Seltsames ereignet. Zwei Frauen, die ausschreiten. Oder sind es Mädchen?

Harton hat ein gutes Gespür für Atmosphäre und kann das nur zu Erspürende auch in ihre Bilder übertragen. So lässt sie die Besucher ihrer Ausstellung teilhaben. Das ist ein möglicher Zugang zu den Bildern. Eine andere Möglichkeit, sich ihnen zu nähern, bietet Hartons Handwerk. Während ihres Kunststudiums in Bremen habe sie sich vor allem mit ungegenständlicher Malerei beschäftigt, ein gute Grundlage. Denn sie schafft als Bildgrund spannungsreiche Strukturen, auf die sie die Figuren setzt, zumindest, wenn sie dicht an der Wirklichkeit bleiben. Manchmal allerdings scheinen die reich strukturierten Gründe auch durch, Menschen werden zu Schemen, fast albtraumhaft.

Meisterschaft im Reduzieren

Es lohnt sich aber auch, die inhaltliche Ebene zu verlassen und sich auf malerische Details zu konzentrieren. Denn hier hat Harton eine Meisterschaft im Reduzieren entwickelt. Mit wenigen gut gesetzten Strichen charakterisiert sie Raum, schafft Umgebung und komponiert Situationen. Eine „frische Malweise auch zu kritischen Themen“ bescheinigte ihr Schröter noch. Das ist etwas dran.

Die Ausstellung „Ruhe sanft“ von Sabine Harton läuft bis Sonntag, 3. Februar, im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1. Sie ist dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

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