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Regional Sängerin Anna Devin über Thunfisch und Traumrollen
Nachrichten Kultur Regional Sängerin Anna Devin über Thunfisch und Traumrollen
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00:30 17.05.2018
Iren erzählen gern: Zum Auftakt der Talkreihe im Schaufensterbett bei Betten Heller interviewt Intendant Tobias Wolff Anna Devin. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

„Kann ich schlafen“, fragt Devin scherzend als sie mit dem Geschäftsführer der Händelfestspiele, Tobias Wolff, Platz genommen hat im Schaufensterbett der Firma Betten Heller in der Weender Straße. Diese Gesprächsrunde hat Tradition beim Festival. Locker plaudert Wolff hier mit seinen Gästen. Und hat mit Devin am Montagnachmittag eine sehr entspannte, charmante Gesprächspartnerin.

Ob sie eher ein Morgen- oder ein Abendmensch sei, will Wolff von der Sängerin wissen. Neun Uhr sei eine schöne Zeit aufzustehen, findet Devin, nur ihre 13 Monate alte Tochter habe da meist etwas dagegen. Und wie sieht es mit dem Frühstück aus? Normalerweise trinke sie nur heißes Wasser, manchmal mit ein bisschen „Apple-Cider-Vinegar“, erzählt die Irin. Hier aber beginne sie, das deutsche Frühstück zu mögen. In einem Göttinger Cafe mit Spielecke für kleine Kinder lasse sie sich „Brötchen, Früchte, Käse“ schmecken.

Viel Freiheit für die Künstler

Sechs Wochen haben sie vor der Premiere der Oper Armenio geprobt. Am Anfang sei es für sie hektisch gewesen. Sie hatte noch eine Rolle in London zu spielen und auch noch eine Halsentzündung. Aber glücklicherweise sei jetzt alles gut. Und sie habe die Proben mit dem Regisseur Erich Sidler, Intendant des Deutschen Theaters Göttingen, sehr genossen. Er lasse den Künstlern viel Freiheit, sie sollen eigene Ideen entwickeln von ihren Figuren. Eine Oper so zu erarbeiten, sei für sie sehr spannend gewesen.

Anna Devin und Tobias Wolff plaudern im Schaufenster. Quelle: Christina Hinzmann / GT

„Wie kamst du zur Musik?“, fragt Wolff. Schon mit sechs oder sieben Jahren sei sie das erste Mal in der Oper und sofort begeistert gewesen. „I want to sing Susanna“ habe sie zu ihrer Mutter gesagt. Die Susanna aus Mozarts Hochzeit des Figaros habe es ihr sofort angetan. Und doch wäre sie beinahe Reiterin geworden. Denn Pferde sind ihre andere große Leidenschaft. Sie sei auch eine recht gute Springreiterin gewesen. Ihr Vater fand aber, das sei ein zu harter Job. Er habe nicht gewusst, wie hart der Job einer Sängerin sei, so Devin. Sehr hart, nur drinnen! Man müsse so vorsichtig mit seinem Instrument sein, diese kleinen Stimmbänder seien so empfindlich. Das mache einen ein bisschen neurotisch.

Tanzen mit den Zuschauern

Ist sie stolz darauf Irin zu sein? Sehr! Freundlich, offen und gastfreundlich, so seien die Iren. Und sie erzählen gern! Ob sie denn auch den Irisch-Dance beherrsche, möchte jemand aus dem Publikum wissen. Devin verlässt spontan das Bett und übt mit den Zuschauern einige irische Tanzschritte ein. Dafür müssen dann aber wieder die Schuhe über die Füße. Denn die Füße sind heute extra schön: Devin war vor dem Termin im Schaufensterbett noch bei der Pediküre!

Thunfisch entspannt irgendwie

Von ihren Traumrollen Susanna (Figaros Hochzeit), Pamina (Zauberflöte) Cleopatra (in Händels Julius Cäsar) und Sofie im Rosenkavalier erzählt Devin noch und davon dass Thunfisch drei bis vier Stunden vor dem Auftritt gegessen irgendwie entspannt und ohne Bananen und Wasser in den Pausen einer Aufführung gar nichts geht. Ein bisschen enttäuscht ist sie, dass sie nicht wie die Sängerin, die im Flyer zur Talkrunde „Im Bett mit...“ abgebildet, ein Eis bekommen hat. Das kann bestimmt noch jemand nachreichen!

Die nächsten Termine: Mittwoch, 16. Mai, 16 Uhr Bojan Cicic, Donnerstag, 17. Mai, 16 Uhr Diana Moore und am Sonnabend, 19. Mai, um 14.30 Uhr Philipp Ahmann.

Von Christiane Böhm

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